Die beiden Brüder Gutierrez verzauberten die Besucher mit ihren Gitarrenklängen. © Foto: Bornemann
Bürgerpark Dorsten

Bürgerpark: Warmherziger Musikgenuss inmitten von Regengüssen

Zuerst kam die kräftige Regendusche von oben. Dann erlaubte der Wettergott aber doch noch ein kurzes, dafür aber umso schöneres Gitarrenkonzert im Bürgerpark in Dorsten.

Es sollte eigentlich eine heiße lateinamerikanische Nacht im Amphitheater des Bürgerpark Dorsten werden. Doch zuerst kam die kräftige Dusche. Veranstalter Kevin Over (Schaukelbaum-Team) konnte einem leidtun. Er versuchte während des Wolkenbruchs, mit Planen provisorisch die empfindliche Elektronik zu schützen und Kabel aus den Pfützen zu ziehen.

Umso größer war die Freude, als er das Duo Stephan und Alejandro Gutierrez anschließend doch noch ankündigen konnte. Die meisten im Publikum hatten wetterfeste Kleidung oder Schirme dabei und harrten geduldig aus, bis es losging. Schließlich sind wir in diesem „Sommer“ ja inzwischen schon einiges gewohnt.

Leichtes Lebensgefühl

Und das Warten lohnte sich: Nur ein paar Akkorde genügten, um die feucht gewordenen Seelen auf das leichte Lebensgefühl Ecuadors einzustimmen und emotional mit in die Sonne zu nehmen. Die beiden Brüder setzten verschiedene Gitarren und elektronische Effekte ein. So spielte Stephan Gutierrez auf kleinen Bongos einen Rhythmus ein, der dann als Loop den Rest des Stückes untermalte.

Am Samstagabend wurde das Amphittheater mal wieder von einem Wolkanbruch heimgesucht. Veranstalter Kevin Over konnte nur versuchen, die empfindliche Elektronik provisorisch zu schützen. Aber das Konzert begann danach trotzdem. © Foto: Bornemann © Foto: Bornemann

Dieser Bewegung konnte man sich kaum entziehen. Er brachte auch dem Publikum einen Klatschrhythmus bei, der genauso funktionierte. Alejandro Gutierrez benutzte eine sogenannte „Lap Steel“, vollmassiv und ganz aus Metall. Diese kleine Gitarre – etwa so groß wie eine Ukulele, aber natürlich elektronisch – ist ursprünglich in Hawaii zu Hause.

Ganz eigene Klangfarbe

Man legt sie sich auf die Oberschenkel und spielt sie mit einem „Tone-Bar“ aus Metall. Diesen Stift in der Form eines Flaschenhalses ließ Alejandro Gutierrez über die Saiten gleiten und erzeugte so eine ganz eigene Klangfarbe mit singenden Glissandi. Die rechte Hand nutzte er, um an einigen Stellen ein Vibrato zu erzeugen.

„Hermanos Gutierrez“ bedeutet auf Deutsch nichts weiter als „Brüder Gutierrez“. Die beiden haben einen Altersunterschied von acht Jahren. Bereits seit fünf Jahren treten sie als Duo auf und harmonieren intuitiv miteinander. Für den unbedarften Zuhörer war es nicht zu erkennen, ob sich die Wendungen in den Stücken spontan vollzogen oder einer konkreten Stückvorlage folgten.

Verehrung für den Großvater

Ihre Mutter stammt aus Ecuador, der Vater aus der Schweiz. So haben Hermanos Gutierrez in Europa auch tiefe Wurzeln: Inzwischen sind in Berlin und Zürich schon vier Alben aufgenommen worden. Die Brüder sprechen voller Verehrung von ihrem Großvater, der ihnen den Weg zum Hören und zum Spielen der Musik bereitet habe. Er erzählte ihnen voller Inbrunst und Wehmut, was sein Lieblingssong für ihn bedeutete. Diesen Zugang zur Musik haben sich die beiden angeeignet.

Leider war das Vergnügen nur von kurzer Dauer. Nach fünfunddreißig Minuten fing es wieder an zu regnen.

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