Bulgarische Marmelade

Wohnmobil-Tour mit Tante und Onkel

Während der WM 1994 in den USA bin ich mit meiner Tante und meinem Onkel im Wohnmobil durch Deutschland gereist. Ein toller Urlaub – mit einem kleinen Haken: Ich war der einzige Fußball-Fan. Selbst meinem Onkel war Fußball völlig schnuppe.

11.06.2014, 14:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die EM 1992 und die Final-Schlappe gegen Dänemark? Ein Ausrutscher! Der WM-Titel war uns sicher, daran bestand für mich kein Zweifel. Nicht einmal nach den mauen Vorrunden-Auftritten. So nistete ich mich beim Achtelfinale gegen Belgien bei unseren Nachbarn auf dem Campingplatz ein und sah beim 3:2 ein überragendes Sturmduo Völler/Klinsmann. Im Viertelfinale wartete Bulgarien. Ein Freilos, dachte ich – und machte mich entspannt mit meinem Fahrrad auf den 10 Kilometer lagen Weg in das nächste Café, das die WM-Spiele zeigte. Inmitten fröhlicher Rentner sah ich ein Debakel. Christo Stoitschkow und Jordan Letschkow schossen die Bulgaren zur Sensation. Und ich rauschte auf dem Rückweg mit starrem Blick glatt an unserem Campingplatz vorbei und kam später sehr kleinlaut nach Hause. Mitleid konnte ich dort von den Fußball-Banausen nicht erwarten. Beim Abendessen reichte mein Onkel mir die Wurst. „Hier, eine Spezialität aus Bulgarien.“ Fand ich gar nicht witzig. Aber am nächsten Morgen konnte ich schon wieder lachen. Es gab „bulgarische“ Marmelade der Marke Letschkow…

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