Bunte Show im Dunkeln am Berufskolleg

Schwarzlicht-Theater

DORSTEN. Eine Klasse der "Fachschule für Heilerziehung und Pflege" führte am Freitagabend ihr selbst entwickeltes Theaterstück im Paul-Spiegel-Berufskolleg auf. In zehn phantasievollen kleinen Szenen zogen die 19 Studierenden im Alter von 19 bis 27 Jahren alle Register der "Schwarzlicht-Technik".

DORSTEN

von Von Sabine Bornemann

, 17.04.2011, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingeladen waren Menschen mit Behinderungen aus der "Villa Keller", der AWO-Einrichtung an der Rappaportstraße in Marl und vom familienunterstützenden Dienst in Barkenberg. Zwei Moderatoren nahmen die spontanen Äußerungen der Gäste zwischen den Szenen geschickt auf, während die nächste Darbietung vorbereitet wurde. Hinterm Vorhang wurde es manchmal ziemlich eng, denn auf dem nur etwa einen Meter breiten Streifen mussten alle Akteure und Requisiten Platz finden.

Dazu gehörten liebevoll bunt gestaltete Masken von Tieren und "Eingeborenen", die gleich im ersten Stück die brüllende Hitze Afrikas herauf beschworen. Zu afrikanischen Rhythmen machte sich "König Löwe" über seine Nachbarn her, bis er vom mächtigen Elefant in die Schranken gewiesen wurde. Begeistert riefen die Zuschauer erkannte Figuren in den Raum, in dem sich allmählich passende Temperaturen ausbreiteten.Gefräßige Raupe verwandelte sich Aber auch mit einfachen Rechtecken, Dreiecken und Kreisen kann man durch unterschiedliche Kombinationen immer wieder neue Figuren entstehen lassen und die Vorstellungskraft des Publikums anregen. Weitere Themen waren die Verwandlung einer gefräßigen Raupe in einen wunderschönen Schmetterling, der Besuch eines Astronauten auf dem Mond oder ein Basketballspiel mit täuschend echt dribbelndem Ball. Der Umgang mit Menschen, die anders sind, war natürlich ein wichtiges Anliegen: Nur mit Gesichtsmasken wurde eine Gruppe dargestellt, die allmählich eine neue Figur in ihre Mitte nimmt. Rein organisatorisch war es nicht machbar, die Zielgruppe der Behinderten schon am Entstehungsprozess des Stückes zu beteiligen. Aber im Verlauf des Abends konnten sie mitmachen: In Anlehnung an die Sendung "Glücksrad" durfte jeder einen Buchstaben nennen, um schließlich einen Begriff zu erraten.Gäste kamen auf die Bühne Schließlich hielt es manchen kaum noch auf dem Stuhl, als der Maccharena-Tanz vorgeführt wurde. Deshalb bekamen die Gäste am Ende auch Gelegenheit, selbst mal auf der Bühne zu stehen: Ausgestattet mit fluoreszierenden Bändern ahmten sie die Bewegungen der Vortänzerin nach.

Die Studierenden hatten unter der Leitung von Angelika Heaton und Julia Brathe ein Jahr lang an diesem Theater-Projekt gearbeitet. Gemeinsam wurden die Ideen für die Szenen entwickelt und die Requisiten gebastelt. Wenn klar war, wie sich eine Figur bewegen kann, suchten die Schüler eine passende Musik und bearbeiteten sie für den PC. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und Organisation hat die Projektgruppe selbst geleistet. Auftritte mit bis zu einem Dutzend Darstellern auf der kleinen Bühne bedeuteten große Konzentration und Disziplin, damit niemand durch den Schatten eines anderen verdeckt wurde. Ungestüme Begeisterung war der wohlverdiente Lohn.

Lesen Sie jetzt