Bushaltestellen am Schulzentrum in Dorsten: Wuselige „Unruheherde“ werden entschärft

mlzNahverkehr

Die 32 meist genutzten Bushaltestellen in ganz Dorsten sollen ab diesem Jahr barrierefrei aus- und umgebaut werden. Davon profitieren nicht nur alte und gehbehinderte Menschen.

Dorsten

, 12.01.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem im Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße der Gong zum Schulschluss ertönt ist, wird es an den dortigen Bushaltestellen in Höhe des Fasanenkamps ziemlich wuselig: Oft sind es mehr als 100 Kinder und Jugendliche, die dann zeitgleich zu den Haltestellen laufen und sich vor den Türen der Schulbusse drängeln, die die Schüler in Richtung Dorsten oder Schermbeck transportieren.

Mehr Platz für Schüler

Doch schon bald soll sich der verkehrliche „Unruheherd“ dort etwas entspannen.

Denn die Haltestellen werden in beiden Fahrtrichtungen um- und ausgebaut. In Fahrtrichtung Innenstadt sehen die Pläne vor, die Busbucht zu verlängern - dann haben die Schüler mehr Platz zum Ein-und Aussteigen.

In Fahrtrichtung Schermbeck soll die Busbucht zum „Buskap“ - bei dem die Haltestelle bis an den Fahrbahnrand reicht - umgerüstet werden. Damit sei eine „Parallelanfahrt“ der beiden Schulbusse gewährleistet und der Platz für die wartenden Schüler werde vergrößert, betont die Stadt in einer Vorlage für die nächste Sitzung des Behindertenbeirats.

Bushaltestellen am Schulzentrum in Dorsten: Wuselige „Unruheherde“ werden entschärft

Nicht überall gibt es erhöhte Bordsteinkanten, dank derer auch Rollstuhlfahrer bequem einsteigen können. © Thomas Schröter

Dieser Beirat muss zu den Plänen grünes Licht geben, damit der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Fördergeber das Geld freigibt - nicht nur für den Umbau dieser beiden, sondern auch für 30 weitere Bushaltestellen in Dorsten. Eine Gesetzesänderung schreibt nämlich eine vollständige Barrierefreiheit für Bushaltestellen vor. Dass sich - wie am Schulzentrum - dadurch auch die Sicherheit für die Schulkinder verbessern wird, ist ein willkommener Nebeneffekt.

Viel Nachholbedarf

Bei der Behindertenfreundlichkeit von Bushaltestellen gibt es in Dorsten noch Nachholbedarf: Zwar wurden in den vergangenen Jahren bereits 175 Haltestellen mit Hochborden versehen, die einen einfacheren Ein-und Aussteig für gehbehinderte Menschen ermöglichen - insgesamt gibt es aber fast 400 Haltestellen in der Lippestadt.

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Die Stadt hat deshalb eine Prioritätenliste erarbeitet, 32 der am meisten genutzten Haltestellen schafften es in die Ausbaustufe 1. Alle seien vom VRR in das Förderprogramm 2020 aufgenommen worden, so die Stadt. Der Verkehrsverbund übernimmt 90 Prozent der Gesamtkosten von fast 500.000 Euro, 48.000 Euro muss die Stadt bezahlen.

Neun statt 15 Meter lang

In Einzelfällen könne der „Ausbaustandard aufgrund von örtlichen Gegebenheiten“ aber nicht eingehalten werden, heißt es. Etwa an der Bushaltestelle „Mittelstraße“ (Holsterhausen) in Richtung Stadt. Hier wird der vorgesehen Buskap wegen einer Grundstückszufahrt nur neun statt 15 Meter lang, Ein- und Ausgangstür würden aber abdeckt. Und bei der Bushaltestelle Dorfstraße in Hervest wird die Einfahrt zur Petrusstraße verengt - eine Verlegung der Bucht sei zuvor geprüft worden, aber nicht praktikabel.

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