Coca-Cola produziert in Dorsten gegen die Corona-Krise an

mlzNeue Abfüllanlage

Mitten in der Corona-Pandemie hat Coca-Cola in Dorsten eine neue Dosenlinie in Betrieb genommen. Das Werk gilt auch in Krisenzeiten als einer der wichtigsten Standorte.

Dorsten

, 11.07.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coca-Cola-Werk in Dorsten feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Mehr als vier Millionen Hektoliter Erfrischungsgetränke werden dort inzwischen jedes Jahr produziert. Doch Coca-Cola hat Durst auf mehr. Im Jubiläumsjahr 2020 ist an der Rudolf-Diesel-Straße eine 25 Millionen Euro teure Produktlinie in Betrieb gegangen - mitten in der Corona-Krise.

Die neue Abfüllanlage für Dosen ist wie geplant im April angelaufen. „Wichtige Projektschritte wie den Einbau des 20 Tonnen schweren Füllers, der im Februar angeliefert worden war, konnten glücklicherweise noch vor der Corona-Krise umgesetzt werden“, sagt Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck. Die neue Anlage füllt bis zu 120.000 Dosen pro Stunde.

Die 3.500 Quadratmeter große Baustellenfläche für den Einbau der neuen Linie wurde mit Ausbruch der Corona-Pandemie vollständig vom laufenden Betrieb getrennt. „Auf der Baustelle waren zeitweise bis zu 70 betriebsfremde Monteure im Einsatz“, beschreibt Schmalenbeck die Situation. „Unser Ziel war es, Kontakte möglichst zu vermeiden. Wir haben zudem frühzeitig zu den ohnehin sehr hohen Hygienestandards im Betrieb weitere Maßnahmen ergriffen, um das Ansteckungsrisiko unter den Mitarbeitern zu minimieren.“

„Wir müssen uns schützen und die Produktion“

So finden Schichtübergaben per E-Mail statt, Meetings auch mal per Skype, und Arbeitsplätze und Arbeitsmittel in der Produktion werden zusätzlich desinfiziert. „Immer dann, wenn der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, tragen unsere Mitarbeiter Masken“, sagt der Betriebsleiter. „Alle sind sich bewusst, dass sich selbst und andere zu schützen auch bedeutet, unseren Standort und die laufende Produktion zu sichern.“

Die Corona-Pandemie hat Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck und seine Mitarbeiter für viele Herausforderungen gestellt.

Die Corona-Pandemie hat Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck und seine Mitarbeiter für viele Herausforderungen gestellt. © Guido Bludau

Und die läuft in Dorsten tatsächlich auf vollen Touren. „Im Markt haben wir mit Beginn der Coronakrise zunächst eine starke Bevorratung auch mit Getränken im Handel erlebt“, bestätigt Unternehmenssprecherin Marlen Knapp. „Diese Nachfrage ist inzwischen wieder auf einem gewohnten Niveau.“

Coca-Cola sieht ihren Angaben zufolge durchaus gegenläufige Trends: Auf der einen Seite werden Verbraucher preissensibler, möglicherweise bedingt durch geringere Einkommen in der Kurzarbeit oder die Angst vor einem Jobverlust. „Auf der anderen Seite wollen sie sich nach dem Verzicht auf Reisen und Freizeitaktivitäten auch zu Hause etwas gönnen. Wir reagieren auf diese veränderten Bedürfnisse – zum Beispiel auch mit Dosen im Multipack.“

Gastronomie erholt sich nur langsam

Der Außer-Haus-Markt lag dagegen mehrere Wochen brach. Erst mit der schrittweisen Öffnung der Gastronomie stieg die Nachfrage nach Gastronomiepackungen wieder und stabilisiert sich nach Angaben von Marlen Knapp langsam – „allerdings auf einem deutlich geringeren Niveau als in einer normalen Saison. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich insbesondere die Gastronomie erholen wird.“

Das Betriebsgelände von Coca-Cola an der Rudolf-Diesel-Straße.

Das Betriebsgelände von Coca-Cola an der Rudolf-Diesel-Straße. © Guido Bludau

Die stark veränderte Nachfrage nach Coca-Cola-Getränken in den letzten Monaten hatte auch Umstellungen innerhalb des Produktionsnetzwerks in Deutschland zur Folge. Hier galt es insbesondere, Ressourcen zu schonen und die Produktionskapazitäten so zu bündeln, dass Kunden zuverlässig mit den jeweils am stärksten nachgefragten Produkten und Packungen versorgen werden konnten.

„Der Betrieb in Dorsten hat dabei in den vergangenen Wochen eine entscheidende Rolle gespielt“, betont Ralf Schmalenbeck. „Wir haben durchgehend auf allen fünf Linien produziert.“

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