Schriftstellerin Cornelia Funke über ihr „neues“ Buch und die Corona-Krise

Bekannte Autorin

Die in Dorsten aufgewachsene Schriftstellerin Cornelia Funke erlebt die Corona-Krise derzeit in ihrer Heimat Kalifornien. Zuvor hat sie aber ein besonderes Projekt beendet.

Dorsten

, 29.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke spürt die Auswirkungen der Corona-Krise auch in ihrer Wahl-Heimat.

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke spürt die Auswirkungen der Corona-Krise auch in ihrer Wahl-Heimat. © picture alliance/dpa

Die Tintenwelt-Trilogie, Herr der Diebe, Drachenreiter - Cornelia Funke hat viele bekannte Bücher geschrieben. Jetzt hat die in Dorsten aufgewachsene Autorin eines ihrer erfolgreichsten Bücher noch einmal überarbeitet: „Reckless. Steinernes Fleisch“, der erste Band. Er ist in der neuen Fassung seit dem 23. März im Handel, derzeit natürlich nur online. Der (neue) Band vier ist übrigens auch bald fertig.

„Ich schreibe mindestens sechsmal um“

„Ich liebe es, Geschichten besser und besser zu machen. Sie verbergen immer ein paar Geheimnisse vor uns oder locken uns in die Irre und man kann immer noch etwas Neues über sie herausfinden“, sagte die 61-Jährige jetzt der Deutschen Presseagentur. „Ich schreibe all meine Geschichten mindestens sechsmal um.“

Cornelia Funke hat den Plot nach Angaben des Dressler-Verlages nicht verändert, aber die Figuren teilweise anders angelegt. So habe sie u.a. die Beziehung zwischen Jacob Reckless und Gestaltwandlerin Fuchs stärker ausgearbeitet, an einzelnen Motiven der Handlung gefeilt und den Text intensiv sprachlich überarbeitet.

Obwohl die Schriftstellerin etwas ländlich auf einer Avocado-Farm nahe Malibu lebt, spürt auch sie die Auswirkungen des Coronavirus‘. Hamsterkäufe gibt es derzeit auch in der Stadt, auf dem Land bekomme man von „dem Wahnsinn noch etwas weniger mit“. Mit dem Kauf eines 2,5 Hektar großen Grundstücks hat sie sich einen persönlichen Traum erfüllt.

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Das verwilderte Areal hat sie wie eine Charity-Stiftung nach dem Sehnsuchtsort aus ihrer Drachenreiter-Welt benannt: „Saum des Himmels“. Hier hat sie eine Begegnungs- und Arbeitsstätte für Autoren, Musiker und Künstler aus aller Welt geschaffen.

Cornelia Funke lädt dort immer samstags, wenn ihr Nachbar seinen Hofladen öffnet, in ein kleines Gemeinschaftscafé ein und schenkt kostenlos Kaffee aus. „Das war ein großer Erfolg, das Eulencafé“, sagt sie. Doch jetzt sei es geschlossen, „weil ich keinen, der älter ist als 65 Jahre, in Gefahr bringen will, wenn dann auch noch andere Leute kommen.“

Auch beruflich spürt Cornelia Funke die Ausbreitung des Coronavirus‘. So hätten viele Künstler aus Deutschland, die sie besuchen wollten, zwar ein Visum bekommen, können jetzt aber nicht einreisen. „Das sind schon Konsequenzen, die einen traurig machen.“ Sie arbeite seitdem verstärkt mit Videotelefonie. „Im Moment ist das digitale Zeitalter ja unser größter Segen. Wir können auf diese Weise verbunden bleiben - und das auch international.“

mit Material von dpa

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