Coronavirus

Corona: 19 Tote und Inzidenz über 200 – Weitere Einschränkungen drohen

19 Todesfälle nach Corona-Infektionen meldet der Kreis Recklinghausen am Samstag. Die Wocheninzidenz springt auf 235,3. Damit drohen nun weitere Einschränkungen - doch welche?
Das Kreis-Gesundheitsamt hat am Freitag zehn Corona-Neuinfektionen für Schwerte gemeldet. © picture alliance/dpa

Gestorben sind in Castrop-Rauxel eine Frau im Alter von 97 Jahren und zwei Männer im Alter 74 und 93 Jahren, in Datteln zwei Frauen im Alter von 90 und 88 Jahren und zwei Männer im Alter 85 und 98 Jahren, in Gladbeck drei Frauen im Alter von 87, 82 und 89 Jahren und ein Mann im Alter von 91 Jahren, in Herten zwei Frauen im Alter von 77 und 84 Jahren und vier Männer im Alter von 92, 90, 84 und 99 Jahren, in Marl eine Frau im Alter von 77 Jahren sowie in Recklinghausen ein Mann im Alter von 70 Jahren. Alle wurden zuvor positiv auf das Corona-Virus getestet.

282 neue Infektionen werden kreisweit gemeldet, 264 waren es am Vortag. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg um 18 auf 2000 Fälle. In Dorsten kamen 17 neue Infektionen hinzu, am Vortag waren es noch 30 gewesen. Aktuell infiziert waren laut Kreis am Samstag in Dorsten 144 Personen. Die Wocheninzidenz liegt in Dorsten bei 135,2.

Landeszentrum zieht bei Wocheninzidenz nach

Die kreisweite Wocheninzidenz bezifferte der Kreis am Samstag mit 235,5. Bereits am Vortag hatte der Kreis einen Wert von 209,2 gemeldet, also über der 200er-Marke. Dies sind allerdings nicht der maßgeblichen Werte, die bei einer Überschreitung der 200er-Marke weitere Maßnahmen auslösen können, sondern der Wert des Landeszentrums Gesundheit: Dieses hatte am Freitag die Inzidenz noch unter 200 gemeldet, doch zog am Samstag nach: Ein Anstieg um 9,8 bedeutet nun eine Wocheninzidenz von 203,7.

Aber was bedeutet dies nun konkret für den Kreis Recklinghausen und Dorsten? Die viel diskutierte 15-Kilometer-Regel wird wohl nicht zum Zuge kommen. In der aktualisierten Coronaschutzverordnung für NRW war von einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit keine Rede mehr. Es ist den Kreisen und kreisfreien Städten selbst überlassen, in Abstimmung mit dem Land NRW Maßnahmen zu verschärfen, sobald der Inzidenzwert 200 überschreitet. Denkbar ist auch, dass gar nicht weiter verschärft wird – in der Verordnung heißt es ausdrücklich, dass weitergehende Maßnahmen angeordnet werden „können“.

Krisenstab will zunächst Daten analysieren

Der Krisenstab im Kreis Recklinghausen hat am Freitag beschlossen, zunächst zu analysieren, ob es überhaupt weiterführende Maßnahmen gibt, die dazu geeignet sind, gezielt das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet abzuschwächen. „Wir haben aktuell null konkrete Maßnahmen in der Pipeline“, sagte Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister am Freitagnachmittag. Das Land NRW habe angekündigt, allen Kreisen allgemeine Vorschläge zu schicken, an denen man sich dann orientieren wolle.

Aus Erfahrung wisse man, dass nur Maßnahmen angeordnet werden dürfen, die „originär auf unser Infektionsgeschehen abzielen“, so Küchmeister. Deshalb müsse man das jetzige Infektionsgeschehen erst analysieren. „Es hilft uns nichts, da auf Daten von vor zwei Wochen zurückzugreifen, weil da die ganzen Infektionen aus Schulen und Kindergärten dabei sind, die wir jetzt aber nicht haben.“

Die Bewegungsfreiheit einzuschränken, ist ein großer und weitreichender Eingriff. Eine Allgemeinverfügung eines Landkreises ist gemessen daran ein relativ schwaches Instrument. Deshalb wartet man beim Kreis RE erst auf weitere Vorgaben aus Düsseldorf. „Wir hätten uns da auch mehr Eindeutigkeit von Beginn an gewünscht“, sagt Svenja Küchmeister.

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