Nur vereinzelt bildeten sich Schlangen vor den Geschäften, wie hier vor der Parfümerie Douglas. © Ralf Pieper
Coronavirus

Corona: Angekündigter Lockdown ließ Ansturm auf Geschäfte befürchten

Wann kommt der harte Lockdown? Eine Geschäftsschließung kurz vor Weihnachten – das ließ einen Ansturm auf die Geschäfte am Samstag befürchten. Wir haben uns in der Fußgängerzone umgesehen.

Ich denke, es ist am Montag, spätestens am Mittwoch soweit, dass die Geschäfte schließen müssen“, meinte ein Passant am Samstag in der Dorstener Fußgängerzone. Dieser Meinung sind die meisten Dorstener. Der Ansturm aber blieb zumindest in Dorsten aus.

Karin Langekämper, Geschäftsführerin der Parfümerie Pieper, sagt: „Es ist nicht so voll wie erwartet, man merkt den drohenden Lockdown wenig. Erfahrungsgemäß wird bei uns an den Adventswochenenden vor Weihnachten immer gut verkauft, das ist an diesem Samstag nicht anders. Zu bemerken ist, dass unser Online-Shop mehr genutzt wird.“

Nur vereinzelte Schlangen

Fazit: Die Dorstener Innenstadt war zwar voll, aber für einen Samstag in der Vorweihnachtszeit hielt sich der Andrang in Grenzen. Händler, die hofften, dass vielleicht dieser Samstag vor dem angekündigten Lockdown noch einmal viele Kunden in die Stadt locken würde, wurden enttäuscht. Nur sehr vereinzelt bildeten sich Schlangen vor Geschäften. Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollierten Sicherheitsabstände und das Einhalten der Maskenpflicht.

Weniger Menschen als erwartet nutzten den wahrscheinlich letzten Samstag vor dem harten Lockdown zum Einkaufen von Weihnachtsgeschenken.
Weniger Menschen als erwartet nutzten den wahrscheinlich letzten Samstag vor dem harten Lockdown zum Einkaufen von Weihnachtsgeschenken. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Die Dorstenerin Beate Sumislawski sieht dem Lockdown gelassen entgegen: „Es ist schade, dass Weihnachten in diesem Jahr nicht so stattfindet wie sonst, aber es gibt Wichtigeres. Ich bin ohnehin nicht der große Einkäufer, mir fehlen mehr die vielen kulturellen Veranstaltungen, die wegen Corona ausfallen.“ Simone Gallitzer sagt: „Ich bin hier, um ein paar Lebensmittel fürs Wochenende einzukaufen. Die Weihnachtsgeschenke habe ich schon zusammen. Ich muss gestehen, dass ich fast alles online eingekauft habe.“

Keine Eisbahn, kein Glühweinverkauf

Geht es um die Weihnachtseinkäufe im Jahre 2020, dann konnte man bereits in den letzten Wochen deutlich sehen, dass sich viel weniger Menschen als im vorherigen Jahr in den Dorstener Einkaufsstraßen tummeln. Dass sich der bisherige „Lockdown light“ schon auf das Kaufverhalten ausgewirkte, steht für die Agatha Ochtrup, Inhaberin des Schuhhauses Ostermann, außer Frage: „Verkaufsfördernde Maßnahmen wie Eisbahn und Glühweinverkauf gibt es in diesem Jahr nicht. Auch der Katharinen- und Nikolausmarkt fielen Corona zum Opfer.“

Stephan Ignatzy, Inhaber des Modehauses Stil Vest, meint: „Stadtleben funktioniert eben am besten in Kombination: Zum Einkaufsbummel gehört auch das Kaffeetrinken und umgekehrt. Da Cafés und Restaurants geschlossen sind, bleibt die Dorstener Innenstadt leer.“

Der Großteil der Befragten hält es dennoch für richtig, dass das öffentliche Leben schon vor Weihnachten heruntergefahren werden soll. Ein Markthändler: „Der harte Lockdown hätte direkt Anfang November kommen müssen. Unsere Regierung hat zu lange gezögert. Nun macht man uns das das Weihnachtsgeschäft kaputt.“

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Freier Mitarbeiter
Es ist die Unterhaltung mit anderen Menschen bei Reportagen, das Einfangen von Stimmungen bei Veranstaltungen und die Teilnahme an verschiedensten kulturellen Events in erster Reihe, die meine Arbeit so vielfältig machen. Nachdem ich als ausgebildeter Fotograf viele Jahre „nur“ für die Bilder zuständig war, empfinde ich heute das Schreiben als zusätzlichen wertvollen Blick „hinter die Kulissen“.
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Ralf Pieper

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