Der Ordner mit Corona-Apps auf dem Smartphone wird immer größer. © Robert Wojtasik
Coronavirus

Corona-Apps: Händler wollen einheitliche Lösung für Kontaktverfolgung

Dorstens Händler würden gerne die Luca-App zur Kontaktverfolgung nutzen. Die ist aber nicht ans Gesundheitsamt angebunden. Jetzt gibt es auch eine Dorsten-App. Die macht aber etwas anderes.

Corona-Warn-App, Luca, Chekko, darfichrein.de und neuerdings auch eine Dorsten-App – das ist nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Corona-Apps und Web-Anwendungen, die mittlerweile auf dem Markt sind. Sie erfüllen zum Teil unterschiedliche Zwecke. Bei der Fülle kann man dennoch den Durchblick verlieren.

„Die Händlerschaft in Dorsten favorisiert die Luca-App, die bundesweit genutzt wird und auch schon sechs Millionen Nutzer hat“, sagt Manfred Hürland, Sprecher der Dorstener Kaufmannschaft. „Wir waren erstaunt, als es Chekko geworden ist.“

Chekko sei der erste Anbieter gewesen, der gefragt habe, ob man die Schnittstelle im Gesundheitsamt nutzen könne, sagt Kreissprecherin Svenja Küchmeister. Die Anbindung ans Gesundheitsamt ermöglicht einen automatisierten Datentransfer. „Luca hatte auch mal ganz großes Interesse an uns, das ist aber schlagartig verstummt, als wir ihnen mitgeteilt haben, dass sie gerne unsere Schnittstelle nutzen können.“ Das Angebot gelte weiterhin.

Luca, Chekko, darfichrein.de und andere Anwendungen zur Kontaktverfolgung sollen in erster Linie die aus dem vergangenen Jahr bekannte Zettelwirtschaft bei der Gäste-Registrierung ersetzen.

Andreas Weidner entwickelte eine App zur Kontaktdaten-Erfassung namens Chekko. Der Kreis hat schon mit dem Hertener gesprochen. © Meike Holz © Meike Holz

Noch mal etwas anderes ist die Dorstener Ticket-App des Softwareentwicklers Nettrek, die gerade an den Start gegangen ist. Die Anwendung kann unter www.echtdorsten.de/ticketapp abgerufen werden und ermöglicht die Ausstellung und Kontrolle von Corona-Schnelltesttickets. Mit Kontaktverfolgung hat diese Anwendung also nichts zu tun.

QR-Code in Dorsten-App als Eintrittskarte

Das kostenlose Angebot richtet sich einerseits an Schnelltest-Anbieter, die damit einen QR-Code erstellen und an Getestete übermitteln können. Dieser QR-Code dient Bürgern wiederum als Eintrittskarte. Restaurants sowie andere Betriebe und Einrichtungen, die nur Personen mit negativem Testergebnis Einlass gewähren können bzw. wollen, können den QR-Code vor Ort über eine Internetseite scannen und erfahren sofort, ob ein negatives Testergebnis vorliegt. Aus Datenschutzgründen wird lediglich der Zeitpunkt des Schnelltests angezeigt.

Personenbezogene Daten werden bei der Dorsten-App nicht gespeichert. „Das war von Beginn an eine der Grundvoraussetzungen“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff, der die Entwicklung der App von Beginn an begleitet hat. Nutzerdaten werden von der Teststelle verwendet und verschlüsselt im QR-Code hinterlegt. Wer den QR-Code hat, ist damit alleiniger Besitzer der Daten.

Ordnungsamt hat spezielle Version der Dorsten-App

Lediglich das Ordnungsamt verfügt über eine spezielle Version der Dorsten-App, mit der die im QR-Code hinterlegten personenbezogenen Daten entschlüsselt werden können. Das ermöglicht die Kontrolle, ob das Testticket auch der jeweiligen Person zuzuordnen ist.

Anders als die meisten Bundesländer hat sich NRW gegen eine offizielle Kooperation mit nur einem Anbieter, wie zum Beispiel der Luca-App, entschieden. Damit soll unterschiedlichen Strukturen von Einrichtungen und Betrieben mit unterschiedlichen Kontaktregistrierungssystemen Rechnung getragen werden.

Es wird aber an einer Vernetzung aller Anbieter gearbeitet. Über das sogenannte IRIS-Gateway sollen bald alle relevanten Daten zur Kontaktverfolgung unabhängig von der eingesetzten App zusammengeführt und bei Bedarf von den Gesundheitsämtern abgerufen werden. Geplant ist die Inbetriebnahme des zentralen IRIS-Gateways für diesen Monat.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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