Die Polizei plant keine Corona-Schwerpunktkontrollen, die Beamten könnten aber während einer allgemeinen Verkehrskontrolle etwas genauer nachfragen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Coronavirus

Corona-Kontrollen: Stadt, Polizei und Bahn halten den Ball flach

Die neue Corona-Verordnung für den Kreis Recklinghausen wirft Fragen auf. Wenn es bei der 15-Kilometer-Regel schon so viele Ausnahmen gibt, wer behält da den Überblick?

Als „vielleicht letzten Schuss vor den Bug“ hat Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff den 15-Kilometer-Radius jenseits der Kreisgrenzen am Dienstag bezeichnet. Übersetzt könnte das heißen: Wer es jetzt noch nicht kapiert hat, um was es geht, der muss vielleicht bald ganz zu Hause bleiben.

Auf eine nächtliche Ausgangssperre, die beispielsweise bis Sonntag in Oberhausen galt, hatte der Kreis Recklinghausen bislang verzichtet. Aber das muss ja nicht so bleiben, wenn die Zahlen nicht nach unten gehen oder sich die Menschen nicht an die Regeln halten. Doch wer kontrolliert das?

Tobias Stockhoff hält es für denkbar, dass Autos aus dem Ruhrgebiet oder dem Münsterland auf Wanderparkplätzen überprüft werden. Freizeitaktivitäten sollen ja möglichst unterbleiben. Aber der Kommunale Ordnungsdienst werde „sicherlich nicht an Einfallstraßen stehen und willkürlich kontrollieren, sondern immer dann, wenn die Mitarbeiter berechtigt misstrauisch werden.“

Keine Schwerpunktkontrollen der Polizei

Eine ähnliche Strategie verfolgt auch die Kreispolizeibehörde Recklinghausen. Polizeisprecherin Annette Achenbach hat am Dienstag klargestellt, dass es keine zusätzlichen Corona-Kontrollen geben wird. „Wir unterstützen die städtischen Ordnungsbehörden bei ihrer Arbeit, aber wir machen jetzt keine Schwerpunktkontrollen.“

Denkbar sei allerdings, dass Polizeibeamte bei allgemeinen Verkehrskontrollen in Dorsten oder im Streifendienst gezielt nachfragen, wenn ihnen beispielsweise ein fremdes Kennzeichen auffällt.

Nordwestbahn kontrolliert Fahrschein und Maske

Auch die Nordwestbahn bleibt in der Frage der Kontrolle defensiv, auch wenn es beispielsweise nicht mehr erlaubt ist, mit dem Zug einen Freund in Borken oder Essen zu besuchen. Unternehmenssprecherin Karin Punghorst betonte, dass die Zugbegleiter natürlich die Fahrausweise kontrollieren und die Maskenpflicht einfordern. „Aber sie werden nicht jedes Mal fragen, wo der Fahrgast eingestiegen ist und wo er wieder aussteigen möchte.“

In begründeten Ausnahmefällen sei es aber denkbar, die Bundespolizei einzuschalten.

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Stefan Diebäcker

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