Im Frühjahr wurde das Corona-Notlager im Atlantis eingerichtet. © privat
Coronavirus

Corona-Kosten: Stadt Dorsten erklärt die höchsten Ausgaben

Zum ersten Mal gibt es eine Auflistung, was die Coronakrise bislang die Stadt Dorsten gekostet hat. Ein einstmals geheimes Notlager hat mehr als die Hälfte aller Kosten verursacht.

Die Millionenausgaben zur Bewältigung der Coronakrise bringen die Stadt Dorsten vorläufig nicht in finanzielle Not. Denn sie sind durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer gedeckt. Eine Auflistung, die jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss vorliegt, verrät erstmals, wofür die Stadt Dorsten seit März Geld ausgegeben hat. Bislang sind es etwa 1,75 Millionen Euro.

Den größten Posten (900.000 Euro) macht das sogenannte „Notlager“ im Freizeitbad Atlantis aus. Es war im Frühjahr heimlich eingerichtet worden, um die Notversorgung der Stadt zu sichern. Unterschiedliche Schutzmasken, tausende Liter Hygienemittel, Schutzausrüstung und Spuckschutzwände wurden im Keller des Bades gebunkert.

Aus dem üppig bestückten Corona-Lager werden seitdem Ärzte, Pflegeheime und Banken, Feuerwehr und Rettungsdienst, Schulen und Kitas sowie alle städtischen Einrichtungen bei Bedarf versorgt.

Neues Gesetz hilft Sozialdienstleistern

Mit 500.000 Euro schlägt das neue Sozialdienstleister-Einsatzgesetz zu Buche. Mitarbeiter beispielsweise von Versorgungs- und Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen der Arbeitsförderung und Wohlfahrtsverbänden konnten ihrer Arbeit in den letzten Monaten nicht oder nur teilweise nachgehen. Sie werden an anderer Stelle eingesetzt, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen und bekommen monatlich etwa 75 Prozent von dem, was sie letztes Jahr verdient haben.

„Privater Sicherheitsdienst wäre teurer“

Personalkosten von 120.000 Euro hat die Stadt außerdem ermittelt, weil Mitarbeiter des Atlantis den Kommunalen Ordnungsdienst unterstützen anstatt in Kurzarbeit zu sein. „Ein privater Sicherheitsdienst wäre teurer gewesen“, glaubt Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Weitere Zahlen will Stockhoff bis zur Ratssitzung am 16. Dezember nennen. Dann vielleicht auch zu den Einnahmen, die die Stadt beispielsweise durch den Verkauf einer Grundausstattung an pflegende Angehörige oder durch Bußgelder im Zusammenhang mit der Pandemie erzielt hat.

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Redaktionsleiter in Dorsten
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Stefan Diebäcker

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