Die Pflegekräfte im Dorstener St. Elisabeth Krankenhaus bekommen wie ihre Kollegen in den KKRN-Kliniken in Haltern am See, Marl und Herten keinen Corona-Bonus. © Claudia Engel (Archiv)
Coronavirus

Corona-Prämie: Vier Patienten zu wenig – KKRN-Pflegekräfte gehen leer aus

Die Pflegekräfte der KKRN-Kliniken in Dorsten, Haltern am See, Marl und Herten bekommen keinen Corona-Bonus. Sie gelten nicht als „besonders belastet“, weil wenige Covid-Patienten fehlten.

Im Frühjahr wurden sie beklatscht und als Corona-Helden gefeiert. Auch eine Corona-Prämie stellte die Bundesregierung Pflegekräften in Krankenhäusern damals in Aussicht. Als dann auf einmal nur noch Pflegepersonal in Altenheimen mit dem Bonus bedacht werden sollte, hagelte es Kritik – und die Regierung lenkte ein.

Unter Mitwirkung von GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft wurden Kriterien festgelegt und letztlich auch im Gesetz verankert, die den Anspruch auf eine Corona-Prämie für Krankenhaus-Pflegekräfte regeln.

Anspruch auf die Prämie haben demnach Krankenhäuser mit weniger als 500 Betten und mindestens 20 Corona-Patienten zwischen Januar und Ende Mai sowie Krankenhäuser mit mehr als 500 Betten und mindestens 50 Corona-Patienten in diesem Zeitraum. Die vier Krankenhäuser im KKRN-Klinikverbund in Dorsten, Haltern am See, Marl und Herten werden dabei als ein einziges Krankenhaus geführt, wodurch der Schwellenwert bei 50 Patienten liegt.

„In diesem Zeitraum wurden in dem Klinikverbund jedoch insgesamt 46 Patienten behandelt, sodass der Krankenhausverbund seitens der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung keine Prämie bekommt“, sagt Guido Bunten, kaufmännischer Betriebsleiter des Dorstener St. Elisabeth-Krankenhauses. „Das bedauern wir als Krankenhausträger natürlich sehr. Wir hätten uns sehr gewünscht, dass sich für unsere Mitarbeiter diese gesellschaftliche Anerkennung auch monetär auswirken würde.“

Schwacher Trost: So wie den Pflegekräften der KKRN-Kliniken geht es den meisten Pflegerinnen und Pflegern in deutschen Krankenhäusern. Bundesweit erfüllen mehr als 70 Prozent der Kliniken die Kriterien nicht, um als „besonders belastet“ zu gelten. In einer Bochumer Klinik war es sogar noch knapper als beim KKRN-Verbund: Es fehlte genau ein Covid-19-Patient.

Wie viele Pflegekräfte im KKRN-Verbund nun genau leer ausgehen, lässt sich nicht beziffern. „Die bezugsberechtigten Krankenhäuser haben die Corona-Prämie pauschal in einer Summe erhalten“, teilte die KKRN-Pressestelle mit. „Die Verteilung sollte dann gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung abgestimmt und auf die Mitarbeiter verteilt werden, die unter verstärkten Corona-Belastungen gearbeitet haben.“

Da es keine Prämie gab, musste auch keine Zuteilung festgelegt werden. Die Prämie umfasst insgesamt 100 Mio. Euro. 93 Mio. finanziert die gesetzliche Krankenversicherung, 7 Mio. private Krankenversicherungsunternehmen. Pro Person kann die Prämie bis zu 1000 Euro betragen.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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