Vier Corona-Verdachtsfälle in Dorstener Flüchtlingsunterkunft

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In der zentralen Flüchtlingsunterkunft an der Bochumer Straße hat es in den letzten Wochen vier Corona-Verdachtsfälle gegeben. Die Bezirksregierung bewertet die Situation anders als in Marl.

Dorsten

, 31.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ehemalige Petrinum an der Bochumer Straße ist zur Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) umgebaut worden. Seit dem 23. April leben dort 149 Menschen, Platz wäre dort theoretisch für mehr als doppelt so viele. Aber auch in Marl ist nur jeder zweite Platz belegt.

Die ZUE in der Nachbarstadt war am 8. Mai unter Quarantäne gestellt worden. Zwölf Bewohner und zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes waren dort positiv auf das Coronavirus getestet worden. Später sprach die Bezirksregierung Münster sogar von 22 laborbestätigten Corona-Fällen. Erst vor wenigen Tagen sind die Maßnahmen wieder etwas gelockert worden.

Zwei Bewohner und zwei Sicherheitskräfte unter Verdacht

Wie Ulrich Tückmantel, Sprecher der Bezirksregierung Münster, auf Anfrage bestätigte, hat es in der Dorstener Unterkunft in den letzten Wochen vier Corona-Verdachtsfälle gegeben. „Das betraf zwei Bewohner und zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes“, sagt Tückmantel, „alle Tests waren allerdings negativ.“

„Wir sind ständig vor Ort und überprüfen die Einrichtungen regelmäßig und ohne äußeren oder inneren Anlass.“
Ulrich Tückmantel

Das Konzept zum wirksamen Virenschutz wird laut Bezirksregierung ständig überprüft und den Erfordernissen angepasst. „Dies hat mit Vorfällen wie in Marl oder Oer-Erkenschwick nichts zu tun. Wir sind ständig vor Ort und überprüfen alle Einrichtungen regelmäßig und ohne äußeren oder inneren Anlass“, so Tückmantel.

Grundsätzlich sind in allen Flüchtlingsunterkünften angesichts der Corona-Pandemie frühzeitig Präventionsmaßnahmen getroffen worden, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. „Dazu gehören umfassende Vorkehrungen zur Kontaktreduzierung untereinander, die Einhaltung von erhöhten Hygienemaßnahmen und die umfassende Information der Bewohner über die Pandemie“, sagt der Sprecher der Bezirksregierung.

In Dorsten ist nicht mal die Hälfte der Plätze belegt

Zudem hat das Land präventiv die Belegung der Einrichtungen auf maximal 65 Prozent heruntergefahren, in Dorsten laut Tückmantel auf unter 50 Prozent, „um die übrigen Kapazitäten der belegbaren Zimmer als Bereiche für eventuelle Quarantänemaßnahmen freihalten zu können“.

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff hatte bereits vor drei Wochen bestätigt, dass alle Flüchtlinge in den Aufnahmestellen des Landes zunächst 14 Tage in Quarantäne kommen, bevor sie auf die Städte verteilt werden. In der Dorstener ZUE leben vor allem Familien mit Kindern aus der Türkei, dem Iran und dem Irak.

Die Verweildauer richtet sich laut Auskunft der Bezirksregierung Münster individuell nach dem Ausgang des Asylverfahrens und kann in Einzelfällen bis zu zwei Jahre betragen.

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