Coronavirus: Altenheime in Dorsten setzen auf freundlichen Corona-Gruß

mlzCoronavirus

Wie schützen die Altenheime in Dorsten ihre betagten Bewohner vor der Corona-Bedrohung? Auf bewährte Weise, aber mit strikten Einschränkungen für Besucher.

Dorsten

, 15.03.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Pflegedienstleitungen und Hygienebeauftragten der Dorstener Altenheime legen in der allgemein herrschenden Corona-Aufregung eine große Gelassenheit an den Tag. Das ist das Ergebnis einer Telefonumfrage in Seniorenwohnstätten in Dorsten. Allerdings hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag ein striktes Besuchsverbot angeordnet.

„Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

Corona im  Altenheim

Im Altenzentrum Maria Lindenhof wurden zusätzliche Spender mit Desinfektionsmitteln im Eingangsbereich und in Fluren aufgestellt. 10 goldene Regeln für saubere Hände und Finger sind auf dem Spender aufgelistet. © privat

Dimitris Keskinidis, stellvertretende Pflegedienstleitung im Altenzentrum Maria Lindenhof, einem Haus des Diakonischen Werkes, sagte auf unsere Anfrage: „Wir haben zusätzliche Maßnahmen zu den üblichen Hygienestandards getroffen, um unsere Bewohner zu schützen.“

Senioren mit Vorerkrankungen im Haus

Schließlich handele es sich um Menschen, die bereits einige Vorerkrankungen hätten. Deshalb habe man die Schutzschilde weiter erhöht. „Im Eingangsbereich haben wir zusätzlich Desinfektionsmittelspender aufstellen lassen“, so Keskinidis. Die enthielten Produkte, die beim Robert-Koch-Institut gelistet seien. „Es sind keine x-beliebigen, sondern antiviral wirksamen Mittel“, sagte Keskinidis. Er selbst habe allein den Schlüssel zum Vorrat: „Damit wird eventuellen Diebstählen vorgebeugt.“

Im Übrigen gebe es Richtlinien für Seniorenwohnheime, die für alle Viruserkrankungen gelten: „Das sind immer dieselben, sehr umfassenden Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden.“

Corona im Altenheim

Hinweisschild für Besucher im Altenzentrum Maria Lindenhof. © privat

Klaus Schrudde, Caritas-Geschäftsführer bestätigte im Groben und Ganzen die Ausführungen von Keskinidis, meinte aber: „Beim regulären Pflegedienst an gesunden Patienten wird aber kein Mitarbeiter mit Mundschutz und Handschuhen zu Werke gehen, schon allein deswegen, um demente Menschen nicht zu verunsichern.“

„Es gibt Schlimmeres als Corona“

Annette Ortmann, Leiterin des Seniorenzentrums St. Marien, sagte auf unsere Anfrage: „Es gibt Schlimmeres als Corona“, sagt Ortmann und nennt dabei den MRSA-Erreger. Die von MRSA verursachte RSA-Krankheit sei eine schwere bakterielle Infektion, die vor allem für ältere Menschen gefährlich ist und von Alteneinrichtungen gefürchtet sei.

Ortmann sagte, dass es hohe Auflagen gibt, die verhindern sollen, dass Heime von solchen Erregern heimgesucht werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt