Tierheim Dorsten: Corona schürte die Sehnsucht nach einem Haustier

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Das Tierheim Dorsten vermittelte im April keine Tiere. Die Tierschützer entschieden sich bewusst zu diesem Schritt. Die zweite Vorsitzende des Vereins erläutert die Gründe.

Dorsten

, 09.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeit vom heimischen Schreibtisch aus und die fehlenden Ausgehmöglichkeiten brachten wohl den ein oder anderen auf die Idee, ein Haustier anzuschaffen. Ein Seelentröster, der - wie man selbst wegen des Lockdowns auch - zu Hause bleibt. Klar, Kind und Kegel waren jetzt nicht mehr den Tag über in der Kita oder Schule, und so ein neuer flauschiger Mitbewohner würde doch bestimmt über die Langeweile hinweghelfen.

Keine Tier-Vermittlung trotz hoher Nachfrage im April

Dieser Spontan-Wunsch blieb auch den Mitarbeitern des Tierheims in Dorsten nicht verborgen. „Im April hätten wir ohne Ende Tiere vermitteln können“, so Marina Hinz, zweite Vorsitzende des Dorstener Tierheims.

„Wir haben den Run bewusst gestoppt", erläutert sie deshalb die Schließung des Tierheims und den Vermittlungsstopp ab März. „Uns war klar, wenn wir einfach vermitteln, ist die Gefahr groß, dass die Tiere zurückkommen.“

Die Entwicklung der Nachfrage gab den Tierheim-Mitarbeitern recht: Als die Lockerungen in Kraft traten, ebbte die Nachfrage merklich ab. Seit Mai vermittelt das Tierheim nun wieder - natürlich unter Hygienemaßnahmen. Zwar bleibt das Tierheim weiterhin für Besucher geschlossen, aber die Abgabe und Herausgabe von Fundtieren ist weiterhin möglich. Die Vermittlungen finden nach Terminabsprache statt.

Das Hundehaus ist voll

Aktuell ist das Haus der Vierbeiner voll belegt. Es gilt: Aufnahmestopp für Abgabehunde. Fundtiere nehmen die Tierschützer weiterhin auf. „Dazu sind wir verpflichtet. Ein, zwei Plätze halten wir für solche Fälle immer vor.“

Zwanzig Hunde beherbergt das Tierheim aktuell. Drei Sicherstellungen mit insgesamt zehn Vierbeinern gibt Hinz als Grund für die Auslastung des Hundehauses an. Außerdem leben momentan 44 Katzen und zwölf Kleintiere im Tierheim.

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Auch andere Tierheime scheinen an die Grenzen ihrer Kapazitäten zu kommen, mutmaßt Hinz. Denn häufig kämen Anfragen von Tierbesitzern aus Nachbarstädten. Während Fundtiere immer beim zuständigen Tierheim abgegeben werden müssen, gilt diese Regelung bei Abgabetieren nicht.

Vermittlung in Zeiten von Corona

Schon vor Corona prüfte das Tierheim die Haltungsbedingungen vor Ort bei den potenziellen neuen Besitzern. Bei Kleintieren lassen sich die Mitarbeiter Fotos der Gehege und Ausläufe zeigen. Katzen-Besitzer führen vor allem ausführliche Gespräche mit den Tierheim-Mitarbeitern, so dass sie das neue Zuhause dann dem Stubentiger entsprechend umgestalten können.

Das neue Refugium eines Hundes schauen sich die Mitarbeiter genauer vor Ort genauer an. „Die Vorkontrolle findet größtenteils draußen statt. Die Mitarbeiterin dreht nur eine kurze schnelle Runde durch das Haus oder die Wohnung.“

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