Coronavirus: Dorstenerin bietet kostenlose Therapie an

mlzHilfe

Die Dorstener Systemtherapeutin Verena Wassen möchte Menschen in systemrelevanten Berufen unbürokratisch helfen. Dazu geht sie mit ihnen auch einfach mal in den Wald.

Dorsten

, 03.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Menschen in systemrelevanten Berufen sind aktuell einem enormen Druck ausgesetzt“, sagt Verena Wassen. Sie ist systemische Therapeutin und hat ihre Praxis auf dem Fürst-Leopold-Gelände. Momentan ist sie mit ihren Gedanken vor allem bei den vielen Verkäufern in den Supermärkten, aber auch beim Krankenhauspersonal, bei Erziehern, Lehrern und Pflegern in Seniorenheimen. Genau denen möchte sie gerne unbürokratisch helfen.

„So lange die Kontaktsperre gilt, möchte ich solchen Menschen gerne niederschwellig und kostenlos Therapie anbieten“, so Wassen. Ihre Praxis ist momentan geschlossen. Mit Patienten spricht sie entweder per Videochat oder geht mit ihnen und Therapiebegleithündin Mimi in den Wald oder auf den Lippedamm - „Walk und Talk“ nennt sie dieses neue Angebot.

Jetzt lesen

„In Bewegung sind viele Menschen, besonders Männer, freier im Reden. Auch der Hund ist fast immer ein Türöffner“, erzählt die Therapeutin. Sie glaubt, dass es vielen beruflich momentan stark belasteten Dorstenern gut tun könnte, sich einmal alles von der Seele reden zu können. „Viele tun mir momentan einfach nur leid. Denen möchte ich etwas zurück geben. Ich erlebe Dorsten als unglaublich solidarisch und zu dieser Solidarität möchte ich gerne etwas beitragen“, sagt sie.

Viele Menschen in solchen Berufen stünden momentan vor vollkommen neuen Herausforderungen und hätten oft kaum jemanden, mit dem sie darüber einmal in Ruhe reden könnten. Der Weg über den Hausarzt zur Beantragung einer Psychotherapie sei für viele aktuell eine riesige Hürde, dazu langwierig und vielleicht auch gar nicht nötig. „Sie sind ja jetzt in der Situation und wollen reden. Außerdem wird diese Belastung ja wahrscheinlich nicht ewig anhalten“, so Wassen.

Kommunikation auch über Skype

Wer nicht spazieren gehen möchte, der kann mit ihr auch über Skype oder Facetime in Kontakt treten. Stellt der Arbeitgeber einen geeigneten Raum zur Verfügung, könnte sie auch während der Arbeitszeit vorbei kommen. Auch Firmen, wie beispielsweise Supermärkte, könnten gerne auf sie zukommen. „Da findet man Mittel und Wege.“

Insgesamt stellt die Therapeutin fest, dass das Thema häusliche Gewalt größer geworden ist, seit Corona viele auf engstem Raum zusammen bringt. Die Konflikte nähmen durch die Enge zu. Einige Menschen kämen damit nicht gut klar. „Es ist halt einfach eine Krise, die wir so noch nicht erlebt haben. Die Menschen müssen aus ihrer Komfortzone raus und erleben etwas vollkommen Neues. Das macht manchen richtige Angst“, so Verena Wassen.

  • Die Praxis von Verena Wassen befindet sich am Fürst-Leopold-Platz 1 in Hervest.
  • Kontakt gibt es unter Tel. (02369) 20 80 72 7 bzw. (0176) 71203785 bzw. per Mail an info@praxis-verena-wassen.de
  • Mehr Infos auch unter www.praxis-verena-wassen.de
  • Generell wird die systemische Therapie nicht von den Krankenkassen übernommen, sondern muss privat bezahlt werden.
Lesen Sie jetzt