Coronavirus: Drogenkontaktladen ist zu - Hilfe gibt es weiterhin

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Drogenkonsumenten in Dorsten müssen auf ihren Kick verzichten: Das Café Kick ist vorübergehend zu. Das sozialpädagogische Team kümmert sich aber weiterhin um die Menschen. Nur anders.

Dorsten

, 06.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der niederschwellige Drogenkontaktladen Café Kick in Dorsten ist 1994 eröffnet worden. Seitdem hat er sich für Dorstener Drogenkonsumenten zu einer festen Anlaufadresse entwickelt. Trotz Coronavirus‘ hat das Berater-Team der Caritas im Haus am Westgraben einen Weg gefunden, den Kontakt zu den Klienten zu halten.

„Wir telefonieren regelmäßig mit ihnen“, sagt Sozialpädagogin Christiane Koning vom Café Kick. Zusammen mit dem Team der psychosozialen Beratung im Haus wurde eine Telefonliste erstellt. Die werde regelmäßig abtelefoniert.

Einzeln sind Besucher weiterhin willkommen

Einzeln sind Besucher im Café Kick trotz der Schließung des Cafés für größere Gruppen willkommen. Vor Corona trafen sich hier an Wochentagen bis zu 20 Menschen, aßen zusammen oder sprachen miteinander.

Das ist zurzeit nicht erlaubt. Wenn einzelne Besucher kommen, dürfen sie aber rein. Voraussetzung ist, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen beachten. „Das klappt problemlos“, so Koning, „wir haben am Eingang einen Tisch mit Masken und Handschuhen. Viele haben sogar selbst einen Mund-Nase-Schutz.“

Gemeinsame Mahlzeiten gestrichen

In Coronazeiten musste das übliche Angebot für Besucher eingedampft werden. So gibt es keine gemeinsamen Frühstücke oder Mahlzeiten im oder in der Nähe des Hauses. „Die Essensausgabe am Kloster oder von der Tafel lag zeitweise brach“, erzählt Koning. Also packte das Team mit umfassender Unterstützung der Young Caritas Care-Pakete mit Lebensmitteln und brachte sie den Klienten vor Ostern nach Hause.

Über die Küche des St.-Anna-Altenheims wurden Mahlzeiten organisiert und dann am Fenster des Café Kick ausgegeben. „Das werden wir in der kommenden Woche Montag wieder tun“, verspricht Christiane Koning. Ihre Besucher, die sonst zu den Stammgästen gehören, vermissen eines besonders: „Die Tagesstruktur.“ Die war durch turnusmäßige Besuche oder Gespräche vorgegeben, auch die Mahlzeitenangebote im Haus wurden gut und gerne genutzt. Christiane Koning hofft, dass sich der Rhythmus bald wieder einspielt: „Wenn die Gastronomie wieder öffnen darf, werden wir uns ebenfalls dranmachen.“

Stabile Besucherzahlen und viele Dauerkunden

Laut Jahresbericht 2019 hat das Café Kick seit 26 Jahren stets stabile Besucherzahlen, darunter viele Dauerkunden. Deren Bedürfnisse haben sich aber geändert. „Mit zunehmenden Alter entsteht mitunter ein erhöhter Hilfebedarf. Langjähriger Konsum und Haftstrafen tragen dazu bei, dass es für die Klienten immer schwieriger wird, mit Alltag, Wohnen und Finanzen zurechtzukommen.“


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