Coronafälle in Dorstener Kita: Kinder und Mitarbeiter in Quarantäne

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Zwei infizierte Kinder in einer Kindertageseinrichtung zwangen den Träger zur vorübergehenden Schließung. Erst im Laufe des Montags stellte sich raus, wie es mit dem Betrieb weitergeht.

Dorsten

, 19.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kindergarten an der Pestalozzistraße in Dorsten-Hardt war am Montag, zunächst bis auf weiteres, geschlossen. Das entschied der Geschäftsführer des evangelischen Kirchenkreises Dinslaken, Reimund Schulz, nachdem das Gesundheitsamt Recklinghausen am Freitag mitteilte, dass ein Kind der Einrichtung positiv auf Corona getestet worden sei. Am Samstag (17.10.) wurde ein weiteres Kind als Corona-positiv gemeldet.

Ein Zettel, der am Montag (19.10.) an der Eingangstür des Kindergartens hing, informierte die Eltern, dass „zur Feststellung des Infektionsgeschehens bei Eltern, Kindern und ggf. Mitarbeitenden“ die Einrichtung am Montag geschlossen bleibe.

Der Kindergarten liegt in Trägerschaft des Evangelischen Kirchkreises Dinslaken, rund 80 Kinder werden dort in vier Gruppen betreut, etwa 15 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Dieser Hinweiszettel informierte die Eltern am Montag über den Corona-Fall.

Dieser Hinweiszettel informierte die Eltern am Montag über den Corona-Fall. © Lydia Heuser

Gesundheitsschutz hat oberste Priorität

Das Kreisgesundheitsamt erkundigte sich am Freitag nach den Kontaktpersonen der infizierten Kinder. Da Reimund Schulz erst einmal keine weiteren Anweisung erhalten hatte, entschied er, die Einrichtung vorsorglich zu schließen. „Der Gesundheitsschutz geht vor“, meint er gegenüber der Redaktion. Er könne verstehen, dass es für Eltern jetzt problematisch sei. „Sie müssen vielleicht von Zuhause aus arbeiten oder sogar Urlaub nehmen, um ihre Kinder betreuen zu können.“ Eine andere Möglichkeit sah der Geschäftsführer jedoch nicht.

Ziel: Die Infektionsketten durchbrechen

Montag Nachmittag nahm das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen wieder Kontakt zu den Verantwortlichen des Kindergartens auf. Ziel sei es nun, die Infektionsketten zu durchbrechen, indem die Kontaktpersonen nachverfolgt, informiert, in Quarantäne geschickt und getestet werden. Wie die weiteren Maßnahmen im konkreten Fall des Kindergartens an der Pestalozzistraße aussehen, wollte Pressesprecherin Lena Heimers am Montagnachmittag aus Rücksicht gegenüber den Eltern nicht der Presse mitteilen.

Üblicherweise sei es bei einem Coronafall in einer Kita aber so, dass die relevanten Kontakte ermittelt werden würden; die sogenannten Kontaktpersonen der Kategorie 1. Da die zwei infizierten Kinder in zwei unterschiedlichen Gruppen betreut werden, würden danach die Kinder dieser zwei Gruppen der Kategorie zugeordnet. Sie müssten in Quarantäne und der Kreis würde Tests anordnen.

Der Redaktion lagen am Nachmittag Informationen aus zuverlässiger Quelle vor, dass sowohl die Kinder als auch die Mitarbeiter der zwei betroffenen Gruppen in Quarantäne geschickt wurden. Reimund Schulz erklärte außerdem am Nachmittag, dass der Betrieb mit den Corona-freien Gruppen am Dienstag normal stattfinden könne.

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Das machen die Kontaktnachverfolger des Gesundheitsamts

Wie lange die Quarantäne gilt und ab wann, müsse das Gesundheitsamt entscheiden. Das sei von verschiedenen Faktoren abhängig: „Es kommt beispielsweise darauf an, ob die Kindern symptomfrei sind oder nicht“, erklärt Lena Heimers und ergänzt: „Die Quarantäne wird nie länger als 14 Tage angeordnet.“

Laut Reimund Schulz sei im Regelbetrieb eines Kindergartens nicht auszuschließen, dass die Gruppen sich beim Essen oder in der Nachmittagsbetreuung gemischt hätten. „Genau das ist die Aufgabe unserer Kontaktnachverfolger“, so Lena Heimers. „Sie identifizieren die relevanten Kontakte.“

Nur weil sich zwei Personen im Flur begegneten, sei nicht von einem relevanten Kontakt auszugehen. Wer sich eine Viertelstunde ohne Schutz im gleichen Raum neben einem Infizierten aufgehalten habe, sei hingegen relevant. „Wir halten uns dabei an die Maßgaben des Robert-Koch-Instituts“, so Lena Heimers.

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