Coronavirus: Kunden meckern über „höhere Preise“ bei Edeka

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Barkenberger Kunden behaupten: Seit Aldi dicht ist, seien bei Edeka die Preise erhöht worden. Edeka-Geschäftsführer Ralf Honsel weist die Kritik zurück..

Wulfen-Barkenberg

, 15.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Edeka ist die letzte Zeit teuer geworden. Kamen da Corona-Prozente drauf?“, fragt eine Barkenbergerin in ihrer Facebookgruppe. Ein anderer Barkenberger merkt an: „Seitdem der Betreiber gewechselt hat, wurden viele Preise erhöht. Das ist auch schon einigen Kunden aufgefallen.“ Und ein anderer Kunde behauptet: „Die nutzen das aus, seit Aldi geschlossen hat.“

Edeka in Barkenberg ein Preistreiber? Ralf Honsel, Geschäftsführer des Marktes, sagt entschieden: Nein! „Unsere Preise richten sich wie in allen Filialen von uns überwiegend nach den Empfehlungen der Edeka sowie dem örtlichen Wettbewerb. Es ist technisch nicht möglich, in Wulfen insgesamt eine andere Preisschiene zu fahren. Leider ist es immer so, dass einige Kunden glauben, diese Dinge hätten miteinander zu tun“, so Ralf Honsel.

Palettenpreis von Blumenkohl im Großmarkt: 3 Euro

Dass ein Kunde den Preis eines Blumenkohls von 3.99 Euro in seinem Wulfen-Barkenberger Markt beanstandet, hält Ralf Honsel für ein unpassendes Beispiel: „Der Palettenpreis von Blumenkohl betrug letzte Woche bereits am Großmarkt fast 3 Euro. Aldi führt keinen Blumenkohl, wenn dieser teurer wird. Jedes Jahr wird dann gesagt, der Blumenkohl würde teurer, weil Aldi diesen nicht führt. Im Gegenteil, Ware wird mittelfristig billiger am Markt, wenn ein Marktteilnehmer austritt“, erläutert Ralf Honsel.

Tatsächlich sind die Blumenkohlpreise nicht erst seit Corona durch die Decke gegangen, wie die unabhängige Agrarmarktinformationsgesellschaft Bonn (AMI) bestätigt. Am 20.März meldete AMI: „Die Preise für Blumenkohl haben zuletzt deutlich zugelegt. Durch eine Verknappung der Einfuhren, wie sie aktuell durch die Corona-Krise stattfindet, könnte der Preis weiter steigen.“

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Ralf Honsel mutmaßt, dass „Kunden Markenware mit Diskontbilligware verwechselt haben oder der Wunsch der Vater des Gedanken war“: „Man erzählt ja gerne, dass Geschäft A teurer ist als Geschäft B.“ Der Edeka-Geschäftsführer nimmt zudem an, dass die Kunden, „die sich da beschweren, nicht bei uns waren, weil Aldi in Barkenberg geschlossen ist, sondern wahrscheinlich deshalb, weil in vielen Diskontern einfach keine Ware da war.“

Die Versorgung wäre zusammengebrochen

Ohne den selbständigen Handel, so Ralf Honsel selbstbewusst, „wäre in Deutschland die Versorgung auf ganzer Linie zusammengebrochen“. Gerade der selbständige Handel habe Ware aus Gastronomie, Re-Import und kleinen Lieferanten zusammengesucht, weil die Lieferanten der Billigware nicht liefern konnten oder wollten.

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