Coronavirus: Gesamtschule Wulfen geht maskiert an den Schulstart

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Von wegen Osterferien: „Wir haben 14 Tage durchgearbeitet“, sagt Gesamtschulleiter Hermann Twittenhoff. Zum Schulstart am Donnerstag müssen sich Schüler und Lehrer aber maskieren.

Dorsten

, 21.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn am Donnerstag die Gesamtschule in Wulfen nach der Mitte März verordneten Corona-Zwangspause wieder startet, dann unter besonderen Schutzvorkehrungen und unter Berücksichtigung aller Vorgaben, die das Schulministerium gemacht hat. An der Gesamtschule Wulfen hat Schulleiter Hermann Twittenhoff deshalb unter anderem eine Maskenpflicht für alle angeordnet.

Jeder Lehrer und jeder Schüler braucht Maske

„Jeder Lehrer und jeder Schüler muss eine Schutzmaske tragen“, sagt Twittenhoff. Das sei im Online-Kommunikationsportal der Schule den Eltern und Schülern ausdrücklich mitgeteilt worden. „Wer keinen Mund-Nasen-Schutz hat, bekommt im Sekretariat einen“, erklärt der Schulleiter zudem. Ohne Maske kein Unterricht - die Botschaft ist klar.

Markus Jakschik, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Wulfen, bastelt an Stundenplänen für den Schulbetrieb unter ungewöhnlichen Bedingungen.

Markus Jakschik, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Wulfen, bastelt an Stundenplänen für den Schulbetrieb unter ungewöhnlichen Bedingungen. © Marco Kolks

Begonnen wird am Donnerstag (23.4.) mit den Jahrgängen 10 und 13, sagt Twittenhoff. 265 Schülerinnen und Schüler sind es, die sich auf ihre Schulabschlüsse nach Klasse 10 oder auf das Abitur in einem gemeinsamen Endspurt zusammen mit ihren Fachlehrern vorbereiten.

Bei den Lehrern fällt indes rund ein Drittel des Kollegiums für den Schulstart aus. „Das sind Kollegen und Kolleginnen, die aufgrund von Vorerkrankungen keiner Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden sollen, außerdem auch Kollegen, die mit älteren Angehörigen in einem Haus wohnen bzw. pflegebedürftige Angehörige haben“, so Twittenhoff.

So sieht eine Lehrerkonferenz nach jetzigen Standards aus: Abstand halten und nur mit Mund-Nasen-Schutz.

So sieht eine Lehrerkonferenz nach jetzigen Standards aus: Abstand halten und nur mit Mund-Nasen-Schutz. © Marco Kolks

Alle anderen Lehrer und die Schulleitung seien zurzeit emsig dabei, „Einbahnstraßen“ im Schulgebäude auszuweisen und Stühle und Tische in die Ausgangspositionen zu rücken. Das Gesamtschulgebäude am Barkenberger See bietet ausreichend Platz, damit sich Menschen nach Corona-Regeln aus dem Weg gehen können.

Unmissverständliche Verhaltensetikette formuliert

Für die älteren Schüler hat die Schulleitung eine unmissverständliche Verhaltensetikette formuliert, an die sich alle halten müssen. Das heißt, es sind keine Umarmungen unter Freunden erlaubt, auch keine Treffen in der Schulstraße, die vor Corona rege für Begegnungen genutzt wurde. Der Aufenthalt in den Pausen ist nur draußen und nach dem Mindestabstandsgebot gestattet und Toilettenbesuche sind ab sofort auch zu den Unterrichtszeiten erlaubt, um in den Pausen Menschenansammlungen in den Sanitärräumen zu vermeiden.

Maximal 15 Schüler werden in einem Raum unterrichtet. Jeder hat einen eigenen Tisch, die Corona-Sicherheitsabstände wurden mit einem Zollstock ausgemessen.

Maximal 15 Schüler werden in einem Raum unterrichtet. Jeder hat einen eigenen Tisch, die Corona-Sicherheitsabstände wurden mit einem Zollstock ausgemessen. © Marco Kolks

Der Unterricht verläuft laut Hermann Twittenhoff streng nach einer einfachen Rechnung: Maximal 15 Schüler und ein Lehrer dürfen sich gleichzeitig in einem Klassenraum aufhalten, wobei die Tische und die Stühle mit dem Zollstock auf Mindestabstand von 1.50 Meter zurecht gerückt wurden: „Jedem Schüler wird ein Tisch zugewiesen, den nur er benutzen darf“, sagt Twittenhoff zudem.

Flächendesinfektion nach Zeitplan

Die Stadt habe dafür gesorgt, dass ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Beim Betreten des Schulgebäudes, dessen Türen an der West- und Ostseite morgens geöffnet werden und den Eintritt ins Gebäude bzw. Verlassen der Schule in jeweils nur eine Richtung erlauben, stehen Spender mit den Desinfektionsmitteln bereit.

„Jeder muss sich zuerst die Hände desinfizieren, bevor er in die Klassenräume gehen kann.“ Die Stadt selbst sorge dafür, dass ein Reinigungsdienst sich die Flächen nach dem Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes im Schulgebäude penibel und nach festgelegtem Zeitplan vornimmt.

Die Kleinen wollen endlich zusammensein - aber wie?

Wie allerdings der gesamte Schülerverkehr mit dem Unterrichtsbeginn der Klassen 5 bis 9 nach den strengen Hygieneregeln ab 4. Mai ablaufen soll, erschließt sich Hermann Twittenhoff noch nicht. „Da stoßen wir an unsere Grenzen.“ Denn den Jüngeren könne man das Abstandsgebot schwer vermitteln: „Die freuen sich doch, dass sie endlich wieder zusammensein dürfen.“

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