Coronavirus: Mediziner in Dorsten haben einen Plan

Coronavirus

Im Kampf gegen das Coronavirus haben das Dorstener Ärztenetz und das St.-Elisabeth-Krankenhaus einen Plan entwickelt. Wichtigste Voraussetzung: Mutmaßliche Patienten müssen mitmachen.

Dorsten

, 10.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mediziner in Dorsten bitten mutmaßliche Patienten um Unterstützung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Mediziner in Dorsten bitten mutmaßliche Patienten um Unterstützung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. © picture alliance/dpa

Das Dorstener Ärztenetz, eine Gemeinschaft der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, hat mit Medizinern des St.-Elisabeth-Krankenhauses Absprachen getroffen, wie mit Menschen umzugehen ist, die am Coronavirus erkrankt sind oder im Verdacht stehen, sich infiziert zu haben.

„Um eine Ausbreitung zu verhindern, ist in ein planmäßiges Vorgehen mit speziellen Vorkehrungen besonders wichtig“, berichtet Dr. Hermann Thomas, Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord nach dem Treffen am vergangenen Freitag (6. März).

Verdachtsfälle sollen sich telefonisch ankündigen

So empfiehlt das Ärztenetz gemeinsam mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus denjenigen Patienten, bei denen der Verdacht auf das Coronavirus besteht, sich telefonisch anzukündigen, bevor sie in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus gehen. Als Verdachtsfälle bezeichnen die Ärzte Menschen, die ...

  • ... grippale Symptome zeigen,
  • ... Kontakt zu Infizierten hatten,
  • ... sich in den letzten zwei Wochen in einem Risikogebiet wie China, Südkorea, Iran, Norditalien oder Südtirol aufgehalten haben.

Außerhalb der Sprechstunden können Betroffene das Service-Telefon des Kreisgesundheitsamtes Recklinghausen unter der Rufnummer (02361) 53–26 26 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird die Behandlung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt im Anschluss ambulant oder stationär erfolgen.

Verzahnung von ambulanter und stationärer Medizin

„Durch die Verzahnung unserer ambulanten sowie stationären Medizin möchten wir die Dorstener Bürger bestmöglich vor einer Infektion schützen und ihnen im Krankheitsfall eine optimale Versorgung bieten“, bestätigt auch Dr. Norbert Holtbecker, ebenfalls Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord.

In der vergangenen Woche war die erste Infektion mit dem Coronavirus in Dorsten bekannt geworden. Eine Mitarbeiterin der Vereinten Volksbank ist erkrankt und befindet sich in häuslicher Quarantäne. 15 Kolleginnen und Kollegen sind seit vergangenem Freitag (6. März) vorsichtshalber ebenfalls zu Hause.

Ein zweiter Fall im Kreis Recklinghausen

Seit Dienstag (10. März) gibt es einen zweiten Fall im Kreis Recklinghausen. Ein Recklinghäuser ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er ist nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes in häuslicher Isolation und zeigt leichte Symptome.

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