Notfälle sollen sich nicht scheuen, ins Krankenhaus zu gehen. © Claudia Engel
Interview

Coronavirus: Nur mit negativem Testergebnis geht es auf die Normalstation

Guido Bunten, kaufmännischer Leiter des St. Elisabeth-Krankenhauses, erklärt im Interview, wie Covid-Fälle und andere Patienten getrennt behandelt werden, damit Corona sich nicht verbreitet.

Manch ein Mensch mit ernstzunehmenden Beschwerden scheut momentan vielleicht den Weg in die Notaufnahme, aus Angst sich dort mit dem Coronavirus anzustecken.

Guido Bunten ist Prokurist des St. Elisabeth-Krankenhauses in Dorsten. Er und die anderen Beschäftigen des Krankenhauses haben sich einiges einfallen lassen, um das Risiko einer Verbreitung des Virus im Klinikum so gut es geht zu minimieren. Im Interview beantwortet er die wichtigsten Fragen.

Inwiefern werden „normale“ Patienten von Corona-Patienten separiert?

Für die Behandlung der Corona-Patienten gibt es spezielle Stationen, zum Beispiel die Station A1 (Isolierstation) im St. Elisabeth-Krankenhaus.

Werden Patienten bereits bei der Aufnahme separiert? Gibt es spezielle Bereiche nur für Patienten mit Grippe-ähnlichen Symptomen?

Notfallpatienten mit Grippe-ähnlichen Symptomen oder dem Hinweis auf eine Covid-19-Infektion werden zu einem separaten Eingang in der Zentralen Aufnahme geleitet. Stationäre Notfallpatienten werden zunächst auf einer Screening-Station aufgenommen und erst bei einem negativen Testergebnis auf die Normalstation verlegt.

Arbeitet auch das Personal in getrennten Gruppen?
Auch beim Personal ist eine Trennung zwischen denjenigen vorgesehen, die Covid-Patienten behandeln, und denjenigen, die Nicht-Covid-Patienten behandeln.

Sollte zum Beispiel in einzelnen Therapiebereichen aufgrund der personellen Verfügbarkeit keine Trennung möglich sein, werden zunächst die Nicht-Covid-Patienten unter normaler Schutzausrüstung und dann die Covid-Patienten mit besonderer Schutzausrüstung betreut.

Und wie sieht es auf der Intensivstation aus?

Auf der Intensivstation verfügen wir ausschließlich über Einzelzimmer, sodass ohnehin eine Trennung stattfindet.

Wie viele Covid-Patienten werden momentan im St. Elisabeth -Krankenhaus behandelt?

Derzeit (Stand: 17. Dezember, 10 Uhr) behandeln wir 31 Covid-Patienten im St. Elisabeth-Krankenhaus, davon liegen sechs Patienten auf der Intensivstation, die künstlich beatmet werden.

Verlegen Sie Ihre Patienten auch in andere Krankenhäuser der KKRN GmbH, um Bettenkapazitäten zu gewinnen?

Mit den anderen Krankenhäusern der KKRN GmbH herrscht ein enger Austausch. So treffen wir uns dreimal wöchentlich per Videokonferenz, um die Lage zu besprechen und Beschlüsse zu fassen. Je nach Krankheitsbild werden dann auch Patienten zum Beispiel zu den Beatmungsspezialisten in das St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten oder das St. Sixtus-Hospital Haltern am See verlegt.

Tritt auch der umgekehrte Fall ein? Nehmen Sie Patienten auf, um andere Krankenhäuser, Landkreise oder gar Regionen im Ausland zu entlasten?

Grundsätzlich sind wir bei freien Intensivkapazitäten auch bereit, für die Aufnahme aus anderen Landkreisen oder auch für Patienten aus dem Ausland. In der ersten Corona-Welle im Frühjahr wurde zum Beispiel ein Patient aus den Niederlanden auf der Intensivstation im St. Sixtus-Hospital Haltern am See behandelt. Momentan ist die Intensivbelegung jedoch so angespannt, dass eine Zuweisung aus dem Ausland nicht möglich ist.

Was raten Sie Patienten mit Symptomen, die zum Beispiel auf einen Herzinfarkt hindeuten? Warum sollten Sie nicht zögern, ins Krankenhaus zu gehen?

Viele Patienten scheuen gerade generell Krankenhäuser, weil sie Sorge haben, sich zu infizieren. Leider werden dadurch Krankheiten verschleppt, was mitunter lebensgefährlich enden kann. Daher appellieren wir an Bürger mit starken Symptomen, diese auch in Zeiten der Corona-Pandemie ernst zu nehmen und rechtzeitig den Rettungsdienst zu rufen oder eine Notaufnahme aufzusuchen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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