Coronavirus: Woher bekommen Menschen in Quarantäne ihre Lebensmittel in Dorsten?

mlzLieferservice

Manche hamstern wie wild Lebensmittel, andere trauen sich nicht mehr in den Supermarkt. Aber woher bekommen diese Menschen ihre Lebensmittel? Und wer liefert an Leute in Quarantäne?

Dorsten

, 13.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus greift um sich. Was ist, wenn man Angst vor dem wöchentlichen Einkauf hat? Oder noch extremer: Wie kommen in Quarantäne steckende Menschen an ihre Lebensmittel? Denn nicht jeder hat eine Familie, die sich kümmern kann.

Eine Mitarbeiterin von Rewe Conrad an der Glück-Auf-Straße bestätigt zwar, dass derzeit ständig neue Waren angeliefert werden und diese schnellstmöglich einsortiert werden, aber Kapazitäten für einen Lieferservice gebe es keine. „Wir haben keine Fahrzeuge und auch keine Fahrer“, sagt die Mitarbeiterin. Auch Edeka Honsel bietet keinen Lieferservice an.

Keine Lieferung im Quarantänefall

Rewe Kornhoff an der Händelstraße hat einen Lieferservice, der zweimal wöchentlich liefert. Wer sich Lebensmittel nach Hause bringen lassen möchte, der kann die Bestellung telefonisch durchgeben. „Die zusammengestellte Ware wird an der Kasse eingebongt, ein Kassenzettel wird gedruckt und bei Lieferung zahlt der Kunde bar“, erklärt ein Mitarbeiter das System.

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Geliefert wird dienstags und freitags. Wer am Dienstag beliefert werden möchte, der muss bis Samstag um 16 Uhr bestellt haben. Wer für Freitag bestellen möchte, der muss sich bis Mittwoch um 16 Uhr gemeldet haben. Allerdings gelte das im Ernstfall nicht, denn: „Wenn jemand in Quarantäne steckt, dürfen wir nicht mehr liefern“, sagt der Mitarbeiter von Rewe Kornhoff.

Biohof liefert auch an Menschen in Quarantäne

Einen Schritt weiter als andere Lieferservices ist der Biohof Deiters am Buschhausener Weg in Schermbeck. An Montagen und Freitagen liefert der Biohof seine Lebensmittel nach Dorsten und Schermbeck. Bestellen können Kunden über den Online-Shop und über die neue App des Hofes.

Simone Deiters ist die Chefin auf dem Hof und erklärt: „Wir stellen die Lebensmittelkisten meistens vor die Haustüren, weil das oft von den Kunden gewünscht ist, da diese meistens zum Auslieferungstermin arbeiten. Weil bei uns über das Sepa-Lastschriftverfahren bezahlt wird, ist das kein Problem.“ Aus diesem Grund sieht Simone Deiters keine Schwierigkeiten darin, auch Menschen zu beliefern, die in Quarantäne stecken. „Bis jetzt hatten wir den Fall noch nicht, aber wir stellen die Produkte eh vor die Tür und würden es in dem Fall auch so machen“, sagt sie.

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Von den Hamsterkäufen habe man nicht nur im Supermarkt etwas bemerkt, auch Simone Deiters hat es im Hofladen gespürt, denn dort fehlten zwischenzeitlich einige Konserven in den Regalen. Auch Nudeln seien stark nachgefragt worden, aber jetzt sei so gut wie alles wieder vorhanden im Laden, „bis auf manche Dosen, die es nicht mehr gibt“.

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