Das Chaos im Atlantis

Fragen und Antworten

Das Personal- und Finanzgebaren im Atlantis schlägt hohe Wellen. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Dazu einige Fragen und Antworten.

DORSTEN

von Von Stefan Diebäcker

, 07.10.2011, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dorstener Zeitung hat im Juli exklusiv über die nächtlichen Sex-Videos berichtet, die letztlich in der vergangenen Woche zur fristlosen Kündigung Plettenbergs führten. Er hat damals betont, von nichts gewusst zu haben. Es sei ja schwierig, bei 130 Mitarbeitern die Schlüsselgewalt zu behalten. In Wahrheit hat er wohl einer Aufsicht mit Kündigung gedroht, wenn sie nicht den Mund halte. Bei einem Prozess vor dem Arbeitsgericht Herne hat eine ehemalige Hauptkassiererin, die Geld veruntreut haben soll, vor drei Wochen „Enthüllungen“ über Plettenberg angekündigt. Dieses „Dossier“ liegt der Stadt inzwischen vor; Rechnungsprüfungsamt und Staatsanwaltschaft ermitteln nach einer Strafanzeige gegen Unbekannt.

Es gab laut Bürgermeister zwar immer wieder mal Gerüchte über unzufriedenes Personal, die dann auch besprochen wurden, aber keine handfesten Beweise für willkürliche Kündigungen. In Sitzungen des Verwaltungsrates sei nie von finanziellen Unregelmäßigkeiten berichtet worden. In diesem Gremium waren auch Kesselmann, Plettenberg und ein Wirtschaftsprüfer vertreten.

Er hat in den letzten Monaten mehrfach das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht und auf die schlechte Stimmung in der Belegschaft hingewiesen. Nun gibt er Geschäftsführer Kesselmann volle Rückendeckung. Plettenbergs „Orga-Abteilung“ behauptet hingegen, sich „schon vor den Krankschreibungen vertrauensvoll an den Betriebsrat gewandt zu haben mit der Angst, durch Herrn Kesselmann gemobbt zu werden und mit der Bitte um Hilfe“. Geschehen sei nichts. Laut Bürgermeister Lütkenhorst gibt es „mehrere Fronten, die sich nun mit Dreck bewerfen“. Er will „den Stall ausmisten“.

Vorerst schon. Er soll das Bad mit dem vorhandenen Personal in nächster Zeit neu organisieren, außerdem aktiv zur Aufklärung beitragen. „Dann wird besprochen, wie es weitergeht“, sagt Lütkenhorst.

Der Bürgermeister rechnet zur Sondersitzung des Verwaltungsrates am nächsten Donnerstag mit ersten Resultaten. Das Rechnungsprüfungsamt muss aber u.a. auch klären, wie ein Elektriker gleichzeitig für die Bädergesellschaft und WinDor angestellt sein konnte. Klar ist schon: Für das Drehen von Musikvideos im Atlantis gibt es offizielle Belege, für die anschließenden Sex-Filmchen dagegen nicht.

Der Bürgermeister glaubt, dass die mehr als 100 Mitarbeiter im Bad „top-motiviert“ sind. Aber es muss natürlich ein Fachmann mit Führungsqualitäten her. Die ersten Bewerbungen sollen bereits im Rathaus eingegangen sein. Eine entscheidende Rolle, wie es mit dem Bad weitergeht, wird aber auch die Finanzaufsicht spielen.

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