Das zweitschönste Reisebüro Deutschlands finden Urlauber in Dorsten (mit Videos)

mlzReisebüro in Dorsten

Früher war’s eine Kult-Kneipe, später eine Tapas-Bar und ein Stadtteilbüro. Jetzt werden dort Urlaubsreisen vermittelt. Im zweitschönsten Reisebüro Deutschlands, in Dorsten.

Hervest

, 05.02.2020, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal arbeitet Michael Vospohl an der Theke. Er stellt seinen Laptop auf den Tresen, ein Beamer projeziert Urlaubsbilder an die Wand. Wenn gewünscht, serviert der Chef des ReisebüDas zweitschönste Reisebüro Deutschlands ist in Dorstenros seinen Kunden ein Bier. Allerdings nicht aus der Zapfanlage, denn die ist Deko. Sie erinnert wie so einiges in dem Ladenlokal an der Straße „Im Harsewinkel“ an die legendäre „Haifischbar“.

Das waren noch Zeiten, als die Musikfans zwischen 1994 und 2004 in der Hervester Eckkneipe gefeiert haben. Auch Michael Vospohl stand gelegentlich vor der kleinen Bühne und applaudierte lokalen Größen wie Linda Traber und Ronny Drescher. Auf dem Podest, das früher einer ganzen Band Platz bot, steht nur ein runder Beratungstisch mit bequemen Sesseln.

Ende Oktober 2019 hat der 51-jährige Dorstener das Reisebüro nach siebenmonatiger Umbauphase eröffnet. Eines von dreien in seiner Heimatstadt, aber das mit Abstand ungewöhnlichste. Das meinte auch die Jury des „Globus Award 2019“. In der Kategeorie „beste Reisebüro-Gestaltung“ kam Michael Vospohl bundesweit auf den zweiten Platz.

„Vossy goes Haifischbar“

Rund 60.000 Euro haben Vospohl und sein Vermieter Dirk Renner im letzten Jahr in das Ladenlokal an der Ecke Glück-Auf-Straße/Im Harsewinkel investiert. Besonders stolz sind die beiden Partner, dass die Ideen ausschließlich von den Mitarbeitern und der gemeinsamen Freundin Silke Haddick stammen. Das Projekt „Vossy goes Haifischbar“ war auch ein bisschen Teambuilding.

Das zweitschönste Reisebüro Deutschlands finden Urlauber in Dorsten (mit Videos)

Vermieter Dirk Renner und Michael Vospohl samt altem Haifischbar-Emblem vor dem neuen Reisebüro-Domizil im Harsewinkel. © Hendrik Bücker

Die Mischung aus alten Elementen wie Theke und Lüftungsrohren und modernem Mobilar macht den ganz besonderen Charme aus, aber „auch konzeptionell haben wir uns alle Wünsche erfüllt.“ Hinter einer großen Glastür ist der Besprechungsraum für ungestörte Kundenberatung mit Blick auf eine große Weltkarte. Nebenan gibt es in dem „papierlosen“ Büro weitere Arbeitsplätze. Die Technik ist auf Notebooks und TV´s reduziert. Was die Kunden im Urlaub erleben können, wird auf Fernseher übertragen.

„Ich glaube an die Reisebranche“, sagt Michael Vospohl. Dass der vergangene Monat „der beste Januar aller Zeiten“ war, mag mit dem neuen Büro zu tun haben, beweisen lässt sich das aber nicht.

Der Mietvertrag läuft zunächst über fünf Jahre, aber der Urlaubsexperte kann sich vorstellen, länger zu bleiben. Weil er und sein Team sich wohlfühlen, weil die Kunden es mögen, vor der Reiseberatung über das ungewöhnliche „Ladenlokal mit Wow-Effekt“ zu plaudern.

Michael Vospohl kramt dann schon mal die alte Eintrittskarte einer Haifischbar-Party heraus, die er bei der Renovierung gefunden hat. „Kopfschmerzen zu Dumpingpreisen“ steht auf dem kleinen Zettel. Als Slogan für ein Reisebüro taugt der Spruch allerdings nicht.

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