Dem Nebenbuhler mächtig Angst eingejagt

Bewährungsstrafe

Richterin Regine Heinz schenkte den Ausführungen des Angeklagten nur wenig Glauben: "Ich denke nicht, dass sie zufällig gerade bei demjenigen Gras kaufen wollten, der ein Verhältnis mit ihrer eigenen Frau hat", erklärte sie und konnte sich nur ein Motiv für die Tat vorstellen: "Sie wollten ihrem Nebenbuhler Angst machen."

Dorsten

von Von Michael Klein

, 14.11.2013, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es stand am Donnerstag Aussage gegen Aussage im Dorstener Amtsgericht. Hier der 33-jährige Dorstener, der zu Protokoll gab, er sei im Februar 2012 in seiner Wohnung an der Halterner Straße vom 38-jährigen Angeklagten und dessen Kumpel überfallen und aufs Heftigste mit Worten und Waffen bedroht worden. Dort sein Gegenüber, der alles abstritt: "Ich war zwar an seiner Haustür, aber weil er kein Gras verkaufen konnte, bin ich nach kurzem Streit wieder gegangen."

Gericht und Staatsanwalt jedoch waren anderer Auffassung als der 38-Jährige. Für sie ging es bei der ganzen Sache nicht um Gras oder andere Drogen, sondern um Eifersucht. Der Angeklagte war nämlich kurz zuvor von einem mehrmonatigen Haftaufenthalt nach Hause zurückgekehrt und musste feststellen, dass seine Ehefrau ein Techtelmechtel mit dem 33-jährigen Hervester angefangen hatte.

Glaubwürdige Zeugen Das Schöffengericht jedenfalls hatte keinen Zweifel, dass sich die Geschichte so abgespielt hatte, wie es das Opfer darstellte. "Der Zeuge ist absolut glaubwürdig", meinte auch der Staatsanwalt. Demnach hätten der Angeklagte und sein Kompagnon (der bereits einen Strafbefehl über 1000 Euro Geldbuße bekommen hat) mit einem Fleischklopfer und einem Knüppel vor der Wohnungstür des Hervesters gestanden.

Der Angeklagte habe nach Aussage des Opfers schon im Flur gedroht, "wenn Du nicht die Finger von meiner Frau lässt, mache ich Dich kaputt". Der 33-Jährige versteckte sich vor lauter Angst in einer Abstellkammer, konnte verhindern, dass die beiden Täter deren Tür öffneten.

Nachdem das Duo von seinem Treiben abgelassen hatte und wieder verschwunden war, vermisste der Hervester seine Portemonnaie mit Papieren und Geld sowie sein Handy. Das Schöffengericht urteilte am Ende milde: Zwei Monate auf Bewährung, so lautete das Urteil.

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