Der "Franziskaner" schließt für immer seine Pforten

Ende einer Gaststätte

Es gibt Gäste, die sind immer da: Manche Dorstener würden den "Franziskaner" wahrscheinlich als ihr Stammlokal bezeichnen. Doch am 24. November ist Schluss - die Lippestadt verliert eine weitere Traditionsgaststätte.

DORSTEN

von Von Klaus Rosenkranz

, 19.11.2012, 13:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

 „Weißt du noch,…?“, begannen in den letzten Wochen ganz viele Gespräche. Und die Wirtin war immer der Mittelpunkt. Beichtschwester (beim Namen der Gaststätte fast zwangsläufig), Mittlerin in Diskussionen, für viele Freundin, für ihre Rentner aus den benachbarten Altenheimen der Mittagstisch, der Genuss mit Heimat verband - das alles (und viel mehr) war Jeanette Gladziwa in den letzten elf Jahren. „Ich könnte Geschichten erzählen“, setzt sie an - und schweigt doch.

Dass zahlreiche Stammtische plötzlich „heimatlos“ sind, ist tragisch. Die Wohnmobil-Fahrer, die Dorsten gerne anfahren, weil die Lippestadt vieles bietet, was die Mobilen mögen, hatten - quasi als Insider-Anlaufstelle - den „Franziskaner“ immer auf ihrer Agenda. Als sie mit ihrem Mann Jörg, der vor sechs Jahren verstarb, 2001 den „Franziskaner“, der über Jahrzehnte hinweg mit seiner Heimeligkeit in der Nebenstraße die Alternative zu den damals noch existenten „Groß-Gastronomen“ war, übernahm, konnte sie nicht ahnen, das sie einen der Bürgertreffpunkte der anderen Art konzipiert hatte, ohne es zu wollen.

Das (gastronomische) Leben in Dorsten wird auch ohne den „Franziskaner“ weitergehen, aber es wird wieder ein Stückchen ärmer. In Zukunft wird an gleicher Stelle eine physiotherapeutische Praxis ihre Dienstleistungen anbieten.

Lesen Sie jetzt