Der offene Brief der Atlantis-Mitarbeiter

Im Wortlaut

In einem offenen Brief an der Verwaltungsrat, der auch an verschiedene Medien und den Bürgermeister gegangen ist, attackieren führende Atlantis-Mitarbeiter den Geschäftsführer der Bädergesellschaft, Günter Kesselmann, und brechen eine Lanze für den bisherigen Prokuristen Reinhard Plettenberg. Nachfolgend der offene Brief im Wortlaut:

06.10.2011, 13:36 Uhr / Lesedauer: 5 min

So haben wir aus ersten Hand mitbekommen, dass Herr Plettenberg sich weder in der Geschichte um die so genannten „Sexy Sport Clips“ irgendetwas vorzuwerfen hat noch auch nur die Möglichkeit gehabt hat, irgendwie unerlaubte Geldbeträge zu entnehmen. Und wir waren dabei, als Herr Plettenberg nach Rückversicherung bei Herrn Quallo ordnungsgemäß die ersten Schritte gegen die verdächtige Hauptkassiererin einleitete. Und wir wissen ganz sicher, dass auch Herr Kesselmann das weiß. Warum soll Herr Plettenberg dann jetzt so zerstört werden? In diesen Jahren hat sich Herr Plettenberg gemeinsam mit uns oft durchsetzen müssen, immer die Interessen von Atlantis gegen Dritte – und oft auch gegen Herrn Kesselmann - vertreten müssen. Herr Plettenberg hat sich dabei bestimmt auch Feinde gemacht, viele, denen er auf die Füße getreten hat, viele, die viel lieber ihre eigenen Vorteile statt Atlantis gesehen hätten. Was für uns nun bleibt, ist ein unvorstellbarer Druck und enorme Angst. Wir können uns nicht vorstellen, mit was für einer geringen Hemmschwelle und ohne Rücksicht auf Menschlichkeit allen voran Herr Plettenberg (und auch wir durch Herrn Kesselmann) in den letzten Wochen massiv und ohne erkennbaren Anlass unter Druck gesetzt wurde, über die Presse diffamiert wurde und nun offensichtlich ohne Grund (oder höchstens unter einem fadenscheinig vorgeschobenen Grund) „unschädlich gemacht“ werden soll. So kann man doch nicht mit Menschen umgehen. Menschen, die Familien haben und deren gesamte Existenz gerade öffentlich in den Schmutz gezogen wird.

Wir wissen, dass Herr Plettenberg sich in den letzten Wochen vertrauensvoll und mit der Bitte um Hilfe und Schutz an einzelne Mitglieder des Verwaltungsrates gewandt hat…, gibt es nicht so etwas wie eine Sorgfaltspflicht? Unsere große Angst ist, dass wir jetzt auch „kalt gestellt“ werden sollen. Bereits in den letzten Wochen ist Herr Kesselmann immer wieder mit wüsten Beschimpfungen, unbegründeten Vorwürfen und persönlich herabwürdigen Äußerungen gegen jeden Einzelnen von uns vorgegangen. Es ging soweit, dass wir uns nicht mehr getraut haben, allein im Büro zu sein, um nicht völlig hilflos zu sein. Und ganz ehrlich: Unser einziger Schutz vor der Willkür von Herrn Kesselmann war oft Herr Plettenberg. Zuletzt (bevor er nun zum Schlag gegen Herrn Plettenberg ausgeholt hat) hat Herr Kesselmann durch eine Serie von Dienstanweisungen uns so sehr in die Enge getrieben, dass unsere Arbeit überhaupt nicht mehr möglich war. Jeder Einzelne von uns ist diesem unendlichen Psychoterror nicht gewachsen. Wir haben sicherlich als Vorgesetzte, die die Interessen des Atlantis oft auch gegen einzelne Mitarbeiter durchsetzen mussten, nicht nur Freunde im Atlantis. Doch machen wir uns große Sorgen auch um die verbliebenen mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen im Atlantis: So gut wie keiner traut sich, mit uns auch nur zu reden. Was für ein Druck muss dort aufgebaut werden?

  Bitte helfen Sie auch den Kolleginnen und Kollegen! Was ist das für ein System, in dem Mitarbeiter nun plötzlich die „Karriereleiter hochfallen“, wenn sie in einem neuen System von Illoyalität und Diffamierung (und vielleicht selbst falscher Zeugenaussagen?) wichtige Funktionen übernehmen? Besondere Sorgen machen wir uns um die Auszubildenden. Was soll mit denen nun passieren? Gemeinsam mit Herrn Plettenberg haben wir eine anspruchsvolle und herausfordernde Ausbildungsleitung garantiert, was nun…? Es sind viele Einzelschicksale, die daran hängen. Über die Jahre hat Herr Kesselmann den Bereich Technik und besonders Energietechnik immer mehr zu einer „Black Box“ aufgebaut. Immer wieder sind Belege, Stundenabrechnungen und Hinweise auch über unsere Schreibtische gelaufen, die wir nicht abzeichnen wollten. Bei Rückfragen nach oft fünfstelligen Rechnungen sind wir in Meetings mehrfach von Herrn Kesselmann mit den Worten „Es gibt Dinge in diesem Haus, die müssen sie gar nicht wissen“ oder „Es reicht, wenn ich den Überblick habe“ angewiesen worden, die Arbeit in diesen Sachen einzustellen.

Besonders ein Elektriker ist immer nur wenige Stunden im Atlantis anwesend gewesen, hat nebenbei noch eine Nebenbeschäftigung bei Windor und ist gleichzeitig erfolgreich selbständig und hatte auf seinen Stundenzetteln teilweise 40-60 von Herrn Kesselmann genehmigte Überstunden, die wir als Organisationsleitung nicht nachvollziehen konnten. Unsere Angst ist, dass Herr Plettenberg vielleicht in ein Wespennest gestochen hat, nun unglaubwürdig und mundtot gemacht werden soll. Und dass wir jetzt die nächsten auf dieser Liste sind. Wir wissen, dass frustrierte Ex-Mitarbeiter gerade aktiv aufgestachelt werden. Warum interessiert keinen die andere Seite? Was passiert da gerade und sind wir nach Herrn Plettenberg die nächsten Opfer in einem Spiel, in dem er und wir nur als Risiken gelten? Und wir haben Angst, dass ein Mensch wie Herr Kesselmann, der nicht davor zurückschreckt, selbst die Familie des Bruders seiner Ehefrau zu zerstören, zu ganz anderen Mitteln auch gegen uns greift. Was hat Herr Kesselmann zu verbergen, dass ihm so ein Vorgehen in den Sinn kommt? In dieser Existenzangst sehen wir uns sogar gezwungen, die uns vorliegenden Belege, die unsere Sorgen und Ängste rechtfertigen, an einem sicheren Ort zu deponieren.

Liebe Verwaltungsratsmitglieder, wir bitten um Ihre Hilfe. Natürlich wird es Stimmen geben, die behaupten, wir steckten sowieso nur alle unter einer Decke. Aber gerade, weil wir so eng zusammen gearbeitet haben, wissen wir, dass Herr Plettenberg und auch wir immer im Interesse des Atlantis gehandelt haben, Atlantis war unser aller zuhause. Aber ist es nicht merkwürdig, dass sich keiner für unsere Sichtweise der Dinge interessiert und schon jetzt gegen Herr Plettenberg so vorgegangen wird? Sind sie als Verwaltungsrat da überhaupt beteiligt? Ist es nicht auffällig, dass Herr Plettenberg „beseitigt“ werden soll, ohne im Verwaltungsrat zu irgendwelchen Vorwürfen Stellung beziehen zu können und ohne Ihnen die Möglichkeit zu geben, auch einmal die andere Seite zu hören? Wir wenden uns wirklich mit einem Hilferuf an Sie. Wir wissen, dass in den letzten Wochen auch Herr Plettenberg das vertrauensvoll getan hat. Und er ist Ihrem Rat gefolgt, abzuwarten. Im Nachhinein fragen wir uns, ob es für ihn nicht besser gewesen wäre, rechtzeitig mit seinen Sorgen den Weg an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber selbst das hat er mit Rücksicht auf das Image von Atlantis nicht getan. Wir wollen uns sehr gerne auf Sie verlassen.

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