Der Rewe-Räuber von der Händelstraße ist noch auf freiem Fuß - wie lange noch?

mlzRaubüberfälle in Dorsten

Der Mann ist dreist. Und er ist gefährlich. Zweimal hat er Rewe in Dorsten überfallen und Angestellte mit einer Waffe bedroht, um Geld zu bekommen. Wie lange ist er noch auf freiem Fuß?

Dorsten, Feldmark

, 28.08.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christian Kornhof ist Geschäftsführer von Rewe an der Händelstraße. Auf den Räuber, der zweimal seine Niederlassung heimgesucht und seine Mitarbeiter mit einer Schusswaffe bedroht hat, ist er überhaupt nicht gut zu sprechen: „Ich hoffe, die Polizei hat ihn bald.“

Die „Besuche“ haben sich in der Rewe-Welt herumgesprochen

In Rewe-Kreisen hat sich die zweimalige Heimsuchung des Marktes an der Feldmärker Händelstraße herumgesprochen. Das ist so üblich, wie Kornhof sagt. „Wir wollen uns schützen und deshalb verbreiten sich solche schwerwiegenden Vorfälle in der Rewe-Welt schnell.“

Kornhof kommt aus Castrop-Rauxel und kann nur bestätigen, was sein Castroper Kollege Christian Pöttinger nach dem ungebetenen Besuch eines bewaffneten und gewalttätigen Räubers in seiner Habinghorster Filiale gegenüber den Kollegen dieser Zeitung gesagt hat: „Immer, wenn es einen Überfall in einer Rewe-Filiale gegeben hat, werden alle Rewe-Stellen in ganz Deutschland darüber informiert.“

Unterschiedliche Vorgehensweise in Castrop und Dorsten

Dass einer der Castroper Täter auch der Dorstener Täter sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Die Vorgehensweise in Castrop unterschied sich jedenfalls von dem Modus Operandi in Dorsten: Demnach waren es in Castrop zwei Täter, die sich Einlass in die Büroräume des Rewe-Marktes in Castrop verschafft haben sollen, um dort passend zur Kassenabrechnung selbst abzukassieren. Das war gegen 20.10 Uhr am 24. August. Ein Täter griff nach dem Geld, der bewaffnete zweite Ganove schlug rücksichtslos zu. Der Rewe-Mitarbeiter ging leicht verletzt zu Boden.

Er kam immer kurz vor Geschäftsschluss an die Kasse

In Dorsten trat der Täter immer kurz vor Geschäftsschluss direkt an die Kassierer heran. Er bedrohte sie mit seiner Schusswaffe und forderte sie zur Herausgabe von Bargeld auf. Auf Anfrage sagte Christian Kornhof, dass man stark davon ausgehe, dass es sich in beiden Fällen am 17. Mai, gegen 22 Uhr, und am 10. August, ebenfalls spätabends, um ein- und denselben Mann gehandelt haben könnte. Seine Mitarbeiter seien glücklichweise nicht zu Schaden gekommen und würden psychologisch betreut. „Wir sind sehr aktiv dabei, uns zu schützen“, so Kornhof.

„Generell kümmert sich Rewe intensiv um Mitarbeiter, die Opfer von Straftaten geworden sind. Die Maßnahmen und Angebote richten sich nach dem Geschehen und berücksichtigen die jeweiligen individuellen Bedürfnisse der Opfer und Erfordernisse“, sagt Unternehmenssprecherin Annika Arnshove auf unsere Anfrage. Zu sicherheitsrelevanten Aspekten in den Rewe-Märkten wollte die Sprecherin verständlicherweise aber keine Auskunft geben.

Vor den beiden Überfällen auf den Rewe-Markt an der Händelstraße hat es am 6. Mai übrigens einen Überfall auf den benachbarten dm-Markt an der Händelstraße gegeben. Ende Mai wurde ein Bild von dem mutmaßlichen Räuber veröffentlicht, der auch infrage kommen könnte für die Straftaten bei Rewe.

Glücklicherweise kommen Raubüberfälle auf Geschäfte im Kreis Recklinghausen eher selten vor. Laut Kriminalbericht 2018 der für Dorsten zuständigen Kreispolizeibehörde Recklinghausen sind die Zahlen sogar rückläufig. Zu Raubüberfällen auf Geschäfte im gesamten Bereich der Polizeibehörde kam es 2018 in 31 Fällen. Das sind 17 Taten weniger als im Vorjahr 2017. Diese Raubtaten wurden zu 45 Prozent aufgeklärt.

Lesen Sie jetzt