Der Tod ist nicht nur negativ

04.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kirchhellen Ungewöhnlich, mutig und teilweise provokativ ist die Ausstellung, die momentan im Malakoffturm auf Prosper II zu sehen ist. Die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen neunten Klasse des Vestischen Gymnasiums gestalteten zu dem Projekt "Ein Leben lang" rund 70 Urnen, die jetzt in dem industriegeschichtlichen Denkmal zu sehen sind.

Sehr farbenfroh und individuell wurden die Urnen bemalt. Blauer Himmel hinter farbigen Kreuz, eine Portraitzeichnung von einer Frau mit knallroten Lippen und ein roter Skorpion im gelben Sand mit den Geburtsdaten daneben sind nur einige der ausgefallenen Ideen der Schüler.

Elsbeth Müller von der Historischen Gesellschaft Bottrop e.V. und somit Gastgeberin im Malakoffturm, zeigte sich erfreut über diese besondere Ausstellung. "An diesem Ort, wo die Bergleute so lange Zeit gearbeitet haben, hing Leben und Sterben oft eng zusammen", erklärte Müller. Deshalb sei gerade der Malakoffturm für eine solche Präsentation sehr geeignet. Es sei außergewöhnlich, dass sich so junge mit diesem Thema beschäftigten, fügte Müller hinzu. Dies zeige, dass es vielleicht in einer nächsten Generation ein anderes, nicht ganz so negatives Denken über den Tod geben wird.

Offener Umgang

Die Urnen sind "wie eine Spirale aufgestellt", erklärte Kunstlehrer Jörg Hentschel. Dies und die Symbolik des Wassers, die bei einigen Musikstücken der elften Klasse zur Vernissage auftauchte, sollen die Bilder des Lebens und des Vergehens mit in die Ausstellung einbringen. "Ich hoffe, dass es durch die Arbeiten gelingt, einen offenen Umgang mit dem Thema zu finden", so Hentschel.

Offen schienen die Schülerinnen und Schüler gewesen zu sein. Schließlich müsse jeder einmal sterben, sagten einige. Und wenn es dann so weit ist, dann könnten sich die meisten "Künstler" vorstellen, in einer von ihnen gestalteten Urne bestattet zu werden. dzi

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