Kraniche machen auf ihrer Reise ins Winterquartier Halt, um auszuruhen und zu fressen. © Rainer Keil
Zugvögel

Der Winter naht: Letzte Zugvögel überqueren NRW

Wo sind all die Vögel hin und wer fliegt da in V-Formation über Dorsten hinweg? Ein NABU-Vogelexperte erklärt, welche Vögel weg sind und wer sogar herfliegt, um zu überwintern.

Die ersten Sonnenanbeter haben schon längst ihre Koffer gepackt und sind in den Süden aufgebrochen. Der seltene Pirol, Grasmücken und der Kuckuck haben sich schon ab Ende August nach Südeuropa und Afrika aufgemacht.

Störche wählen zwischen drei Routen

Auch Dorstens Störche sind schon lange weg. „Die fliegen entweder über Gibraltar oder den Bosporus nach Nordafrika oder bleiben in der spanischen Extremadura, den Korkeichenwäldern“, weiß NABU-Vogelexperte Rainer Keil.

Rainer Keil engagiert sich beim NABU und weiß, welche Vögel wann in Dorsten leben. © Rainer Keil © Rainer Keil

Die gefährlichste Route sei die über Sizilien: „Wenn da die Thermik nicht ausreicht, um die Vögel über das Meer zu tragen, müssen sie den langen Weg aus eigener Anstrengung bewältigen.“

So sparen Kraniche Kraft

Während die meisten Sommergäste unbemerkt verschwinden, machen die Kraniche auf sich aufmerksam, wenn sie von Sibirien, Finnland oder ruhigen Ecken im Spreewald und Havelland über NRW hinwegziehen.

„Durch das Trompeten halten die Tiere untereinander Kontakt“, so der Ornithologe. Neben den Lauten erkenne man Kranich-Flüge an ihrer V- oder 1-Formation, in der auch Gänse fliegen, um für die lange Reise Kraft zu sparen.

Wintergäste aus Skandinavien

Manch ein Vogel aus dem hohen Norden überwintert aber auch bei uns: Einen Bergfinken aus Skandinavien hat Rainer Keil schon bei uns gesehen.

Das Rotkehlchen bleibt auch den Winter über hier. © Rainer Keil © Rainer Keil

„Viele heimische Vögel sind aber Teilzieher“, erklärt er. Rotkehlchen oder Star „rücken immer nur ein bisschen hin und her“, ziehen etwa vom kühlen Land in die wärmere Stadt oder ins Tal hinab.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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