Hinter einem Schneehügel auf dem Marktplatz tauchen das Alte Rathaus und die Agathakirche auf. So viel Schnee wie am Sonntag haben die Dorstener lange nicht gesehen. © Ralf Pieper
Wintereinbruch

Der Wintertag in Dorsten: eine Bilanz und viele Fotos

Mehr als 20 Zentimeter Schnee haben Dorsten in eine Winterlandschaft verwandelt. Doch das Chaos blieb aus, weil viele Menschen unermüdlich im Einsatz und alle anderen vernünftig waren.

Neuschnee? Das konnte die beiden Damen in Holsterhausen am Sonntagvormittag nicht davon abhalten, ihrem Lieblingssport nachzugehen. Nordic Walking – selten war die Bezeichnung wohl passender in Dorsten als an diesem winterlichen Tag.

Auf den Straße blieb es ruhig

In der Nacht und auch den Tag über schneite es beinahe unaufhörlich, begleitet von einem mitunter ruppigen Wind. Doch das hinderte viele Dorstener nicht daran, vor die Tür zu gehen und die ungewohnte winterliche Pracht zu bestaunen. Zunächst am frühen Morgen mit Schüppe und Besen, um die Gehwege halbwegs frei zu bekommen. Später dann zu Fuß, mit Kind, Hund und Schlitten.

Chaos? Nein, die wenigsten Menschen ließen sich aufs Glatteis führen. Sie fassten das Auto nicht an, blieben im Warmen oder machten eben einen Spaziergang durch die Winterlandschaft. Und so lobte eine Sprecherin der Polizei Münster: „Es gab nur einige wenige Unfälle, die Menschen haben sich sehr diszipliniert verhalten.“ Auf der A 31 überschlug sich zur Mittagszeit ein Auto, der Fahrer kam aber mit leichteren Verletzungen davon.

Busse und Bahnen standen still

Die Vestische und die Nordwestbahn hatten am frühen Morgen schon reagiert und den Verkehr eingestellt. Laut Fahrplan wäre, wenn überhaupt, sowieso niemand ans Ziel gekommen. „Wenn es die Wetterlage zulässt, fahren die Busse ab Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder“, sagte Unternehmenssprecher Christoph van Bürk.

Die Vestische war auf Nummer sicher gegangen, weil „auf vielen Straßen eine dicke Eisschicht unter dem Schnee liegt“. In Dorsten hatte der städtische Entsorgungsbetrieb das Mögliche getan, um die wichtigsten Straßen befahrbar zu machen.

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Der Wintereinbruch in Bildern

Winterdienst war stundenlang im Einsatz

In der Nacht zu Sonntag waren die Mitarbeiter mit Räum- und Streufahrzeugen bis 1 Uhr auf der Straße, dann wieder ab 5 Uhr. Und nach einer Mittagspause ging es weiter bis in die Abendstunden. „Die Kollegen machen einen guten Job“, lobte Bürgermeister Tobias Stockhoff, „aber es ist klar, dass wir nicht überall die Schwarzdecke sehen werden.“

Das war auch für Imbissbetreiber Peter Finke der Grund, sein stadtbekanntes Schnell-Restaurant in Holsterhausen am Sonntag geschlossen zu halten. „Das ist auch besser für meine Mitarbeiter, die mit dem Auto oder Bus kommen müssten“, erklärte er in einer Videobotschaft bei Facebook. Am Montag soll‘s wieder lecker Essen geben – aber in Coronazeiten natürlich nur zum Mitnehmen.

Rodelspaß ohne Corona-Verstöße

Den meisten Spaß am Winterwetter hatten…. na klar, die Kinder. Die bekannten Pisten u.a. im Bürgerpark Maria Lindenhof waren tagsüber gut besucht. Viele Mädchen und Jungen haben wahrscheinlich noch nie so viel Schnee in Dorsten gesehen. Ihre erwachsenen Begleiter verhielten sich meist vorbildlich und achteten auf Abstand. Der Kommunale Ordnungsdienst hatte bereits am Freitag Kontrollen angekündigt, musste aber nicht entscheidend eingreifen.

Bürgermeister Tobias Stockhoff hatte am Nachmittag an die Dorstener appelliert, auf unnötige Fahrten mit dem Auto zu verzichten. Und am Montag den Weg zur Arbeit frühzeitig anzutreten. Es könne ja sein, dass Züge und Busse ausfallen.

Die Müllabfuhr in Dorsten ist am Montag nach Plan unterwegs. Sollten wegen der widrigen Straßenverhältnisse nicht alle bereit gestellten Tonnen geleert werden können, wird das am Dienstag nachgeholt.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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