Die 2a der Grünen Schule hat einen Film in der Zauberwelt gedreht

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Die Mädchen und Jungen der 2a der Grünen Schule in Barkenberg haben in der vergangenen Woche ihren ersten eigenen Film gedreht. Dabei geht nichts ohne Zauberei und zwei engagierte Studenten.

Dorsten

, 24.03.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Du bist schon den ganzen Tag Seilchen gesprungen, du bist ganz müde, hast gar keine Kraft mehr“, ruft Anna Lena Höhne Anja zu. „Leni, du musst die Jacke anziehen. Auch wenn wir jetzt drinnen drehen. Denn in der Zauberwelt hast du den ganzen Tag die Jacke an.“ Die junge Regisseurin muss an vieles denken, denn die Schüler der Klasse 2a der Grünen Schule drehen zum ersten Mal einen Film. „Aber viele haben richtig Talent, das sieht man gut, wenn man Szenen mit wenigen Kindern dreht“, lobt Anna Lena Höhne.

Kein Cowboyfest und auch nichts zu Ostern

Die 21-Jährige studiert an der Fachhochschule Dortmund den Studiengang „Film und Sound“. Eigentlich stecken sie und ihr Kommilitone Sebastian Berghaus gerade mitten in den Prüfungsvorbereitungen. Da erreichte sie ein Hilferuf von Lehrerin Stefanie Wiegel.

Ihre Klasse wollte den Eltern beim diesjährigen Klassenfest keine Feier zum Muttertag oder zu Ostern bieten, kein Cowboyfest veranstalten, sondern einen eigenen Film drehen. „Weil das nicht so oft gemacht wird. Normalerweise wird das ja mit Erwachsenen gemacht. Mit Kindern ist es etwas Besonderes“, erklärt Jannis, warum die Kinder für diese Idee gestimmt haben.

Mit dem Handy geht das nicht

„Ich dachte, ich könnte das mit meinem Handy drehen“, sagt Stefanie Wiegel. Aber Mann und Kinder zu Hause schüttelten den Kopf. „Das geht doch nicht mit dem Ton.“ Also schrieb die Grundschullehrerin eine Mail an die Professoren der Fachhochschule. Eine Professorin leitete die Mail an alle Studenten weiter und Anna Lena Höhne und Sebastian Berghaus meldeten sich, ehrenamtlich das Projekt zu leiten.

„Ich habe selbst in dem Alter mal mit Leuten vom WDR gedreht und das hat die Saat für meinen Berufswunsch gelegt. Außerdem wollte ich etwas zurückgeben“, sagt Sebastian Berghaus. „Ich will später beruflich Filme mit Kindern drehen, die „Vorstadtkrokodile“ sind mein Vorbild“, begründet Anna Lena Höhne, warum sie jeden Tag in der vergangenen Woche um 6 Uhr zu Hause in Mülheim losgefahren ist.

Sebastian Berghaus zeigt Lehrerin Stefanie Wiegel und den Kindern die letzten gedrehten Szenen.

Sebastian Berghaus zeigt Lehrerin Stefanie Wiegel und den Kindern die letzten gedrehten Szenen. © Jennifer Uhlenbruch

Sie schrieb auch das Drehbuch für den Film. Aber die Ideen lieferten die Kinder und sie entschieden auch, wie groß ihre Rolle sein sollte und ob sie vor oder hinter der Kamera zum Einsatz kommen wollten. „Ich habe eine große Rolle, weil ich gerne viel spreche“, sagt Leni. „Ich hab hinter der Kamera die Klappe gemacht. Das war cool“, erzählt Josephine.

Es sollte eine Detektivgeschichte werden, in der Kinder verschwinden. „Aber sie sollten nicht entführt werden, weil die kleineren Geschwister bei der Filmvorführung keine Angst haben sollten“, sagt Stefanie Wiegel.

Herausgekommen ist eine zauberhafte Geschichte: Die Lehrerin liest die Sage von Merlin vor, erklärt aber, dass es Zauberer nicht gibt. Am nächsten Tag kommt ein neuer Schüler in die Klasse und plötzlich passieren merkwürdige Dinge: Schüler, die auf die Toilette gehen, kommen nicht zurück. Sie gelangen in eine Zauberwelt, der Boss ist dort der neue Schüler, der ein Nachfahre von Merlin ist. In einer Szene lümmelt er bei Schulleiterin Ulrike Goliath auf dem Stuhl rum. „Da wird sie ja Augen machen“, rufen die Schüler, als sie sich die Szene auf der Kamera ansehen.

Der Nachfahre von Merlin lümmelt bei Ulrike Goliath auf dem Stuhl.

Der Nachfahre von Merlin lümmelt bei Ulrike Goliath auf dem Stuhl. © Jennifer Uhlenbruch

Die anderen Schüler suchen nach ihren verschwundenen Klassenkameraden, gelangen auch in die Zauberwelt, in der alles grün ist. „Einmal haben die Kinder gefragt, warum denn jetzt nicht alles grün ist, als sie die Toilettentür geöffnet haben“, sagt Anna Lena Höhne lachend. „Aber das machen wir ja erst nachher mit der Farbkorrektur“, konnte sie dann erklären.

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