Die Krippenlandschaft wurde zum ersten 1. Advent aufgebaut und ist im Gemeindehaus an der Klosterstraße zu sehen. Sie wird bis Weihnachten viermal verändert. © Lydia Heuser
Advent

Die Krippenlandschaft St. Nikolaus ist abends bis 22 Uhr beleuchtet

Die traditionelle Krippenlandschaft in der Kirche St. Nikolaus kann die Gemeinde dieses Jahr nicht aufbauen. Jetzt haben sie eine Lösung gefunden, die über Corona hinaus Bestand haben könnte.

Aus Platzmangel angesichts der Coronamaßnahmen mussten sich die zwölf Ehrenamtler des Krippenausschusses etwas einfallen lassen.

Die Fenster des Gemeindeshauses, das gegenüber der Kirche liegt, schien ihnen eine gute Alternative.

Das erste Bild der Krippenlandschaft handelt von Wachsamkeit

Passanten können so von draußen einen Blick in die beleuchteten Fenster werfen, die jeden Freitag vor den Adventssonntagen neu gestaltet werden. Die Themen seien immer an die Evangelien angelehnt, erklärt Pastoralreferent Ludger Krogmann. Am ersten Advent ging es um das Thema „Wachsamkeit“, denn im Evangelium heißt es, dass Jesus seinen Jüngern geraten habe, wachsam zu sein. Das Motiv des Torhüters, der über das Stadttor wacht, inspirierte die Krippenbauer dazu, ebenfalls ein Tor ins Zentrum des Bildes zu stellen.

Bis Freitagabend (4.12.) konnte man dieses Bild durch die Fensterscheiben sehen.

Danach bauten die Ehrenamtler um.

2. Advent: Eine Hirtenfigur wird zu einem Obdachlosen

Da der zweite Advent auf Nikolaus fällt, wollte die Gemeinde die Legende vom Heiligen Nikolaus, der Menschen vor einer Not bewahrte, aufnehmen. „Wer rettet uns?“, steht über einer Szene, die Kinder vor leeren Tellern sitzend zeigt.

Christina Hochman und Christa Möller haben den Hirten zu einem Obdachlosen verwandelt und wollen damit auf die geschlossenen Nachasyle zu Coronazeiten aufmerksam machen.
Christina Hochman und Christa Möller haben den Hirten zu einem Obdachlosen verwandelt und wollen damit auf die geschlossenen Nachtasyle zu Coronazeiten aufmerksam machen. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

„Damit wollen wir auf die Situation der Kinder in unserer brasilianischen Partnergemeinde Bacabal aufmerksam machen“, erläutert Ludger Krogmann. Die Schule falle dort wegen Corona häufig aus. „Keine Schule bedeutet leider auch oft kein Essen.“

Die aktuellen Sorgen und Nöte, wie Einsamkeit oder auch häusliche Gewalt, werden in anderen Szenen thematisiert.

Eine Hirtenfigur haben Christina Hochman und Christa Möller zu einem Obdachlosen umgekleidet. Er liegt vor den verschlossenen Türen des Nachtasyls. Mit der Aktualität der Krippenlandschaft wollen die Macher auf die Probleme aufmerksam machen.

Abendspaziergang lädt zu Halt am Gemeindezentrum ein

Insgesamt werden die Ehrenamtler in der Adventszeit fünf unterschiedliche Krippenbilder gestalten. Zu Heiligabend wird es dann das große und somit fünfte Weihnachtsbild geben. Die Fenster sind täglich bis 22 Uhr beleuchtet. „Bei einem Abendspaziergang können sich Familien die Szenen anschauen“, schlägt Christa Möller vor.

Da den Mitgliedern des Krippenausschusses die Fenster-Alternative so gut gefällt, überlegen sie schon, die Idee auch im kommenden Jahr fortzusetzen, selbst wenn die Kirche dann wieder Platz für viele Menschen böte.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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