Mann packte Kind nach Ladendiebstahl am Kragen - jetzt hat die Staatsanwaltschaft reagiert

mlzDiebstahl bei Rossmann

Ein Mann hat ein Kind nach einem Ladendiebstahl am Kragen gepackt, um es festzuhalten. Die Eltern zeigten ihn wegen Körperverletzung an. Jetzt gibt es Antwort der Staatsanwaltschaft Essen.

Dorsten

, 12.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 7. September 2019, den Mariusz Kolodziejczyk nicht so schnell vergessen wird. An diesem Tag hat er zwei Kinder bei Rossmann in Holsterhausen beim Ladendiebstahl beobachtet. Als sie sich mit ihrer Beute auf und davon machen wollten, fackelte der in Raesfeld lebende Mann nicht lange: Er packte ein Kind am Schlafittchen und hielt es fest. Das wollten die Eltern des Kindes nicht hinnehmen. Sie zeigten ihn wegen Körperverletzung an.

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Die Staatsanwaltschaft Essen hat sich mit dem Fall beschäftigt und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: „Das Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung habe ich eingestellt. Insoweit habe ich die Anzeigeerstatter auf den Privatklageweg verwiesen“, teilte die Ermittlerin der Anklagebehörde in Essen dem Mann aus Raesfeld vor wenigen Tagen schriftlich mit.

„In Polen würden solche Kinder hart bestraft“

Mariusz Kolodziejczyks Rechtsauffassung ist nach seinen Bekundungen mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens ein Stück weit wieder ins Lot gekommen. Gegenüber unserem Medium sagte er Anfang des Jahres, nachdem er zur Vernehmung von der Polizei vorgeladen worden war: „Bei uns in Polen würden die Polizisten solche Kinder hart bestrafen und nicht die Menschen, die sie wegen eines Diebstahls festhalten.“

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Allerdings hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Mariusz Kolodziejczyk nicht eingestellt, weil er wegen des Ladendiebstahls des Kindes zugepackt hat: „Ich kann den Unterlagen nicht entnehmen, dass die Vorgeschichte, die zu der Körperverletzung geführt hat, eine Rolle bei der Bewertung gespielt hat“, sagte uns die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Essen, Anette Milk, auf Anfrage. Eingestellt worden sei das Verfahren indes, weil „der Beschuldigte nicht vorbestraft und die Verletzung des Kindes nicht erheblich gewesen ist“.

Die Kollegin habe die Eltern aber darauf hingewiesen, dass ihnen der Privatklageweg offenstehe. Vielen Menschen sei diese Möglichkeit nicht bekannt, so Milk. „Es ist keine Zivilklage, sondern wäre in diesem Fall eine privat eingereichte Klage vor dem Amtsgericht Dorsten“, so Milk. Meist würde dieser Klageweg aber nicht in Anspruch genommen, weil der private Kläger das Kostenrisiko der Prozessführung zunächst allein tragen müsse. „Wird ein Angeklagter verurteilt, muss er zahlen.“

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