Diese Google-Managerin aus Dorsten will „Miss Germany“ werden

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Der Schönheitswettbewerb „Miss Germany“ hat ein ganz neues Image: Gesucht werden starke Frauen. Eine von ihnen kommt aus Dorsten: Julia Teller hat es schon in den NRW-Vorentscheid geschafft.

Dorsten

, 07.09.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Natürlich geht es auch weiterhin um äußere Schönheit. Doch viel mehr kommt es nun auf die inneren Werte an: Echtheit, Selbstständigkeit, Stärke und Weltoffenheit. Hätte sich der Wettbewerb „Miss Germany“ nicht vor einem Jahr einem kompletten Imagewandel verschrieben, wäre Julia Teller, 34 Jahre alt, 1,67 Meter groß, wohl nie auf die Idee gekommen, sich dort zu bewerben.

Gewaltige Hürde gemeistert

Doch nun hat die gebürtige Dorstenerin und gestandene Business-Frau die große Chance, Nordrhein-Westfalen bei der Wahl zur „Miss Germany 2021“ zu vertreten. Eine gewaltige Hürde hat die Wahl-Londonerin bereits gemeistert. Unter 15.000 Bewerberinnen wurde Julia Teller ausgewählt, in dieser Woche mit neun anderen Kandidatinnen NRW bei einem Online-Voting zu repräsentieren.

Julia Teller unterwegs im Londoner Stadtteil Notting Hill

Julia Teller unterwegs im Londoner Stadtteil Notting Hill © Privat

„Wäre doch schön, wenn möglichst viele Dorstener für mich abstimmen würden“, sagt die Marketing-Managerin. Denn nur die drei Erstplazierten kommen in die nächste Runde, bevor sich dann 16 Finalistinnen in einem mehrstufigen Verfahren beweisen müssen.

Persönliche Geschichte zählt

„Empowering Authentic Women“ lautet neuerdings das Motto von Deutschlands bekanntestem Schönheitswettbewerb. Es zählt die persönliche Geschichte. Die Final-Jury, die im Februar 2021 die Siegerin küren wird, besteht nur aus Frauen. Bewerberinnen dürfen auch Ehefrauen und Mütter, dürfen sogar Ende 30 sein. „Es ist nicht mehr der klassische Bikini-Contest mit Schmuddel-Image, sondern es geht am Ende darum, wie man andere Frauen unterstützen kann“, sagt Julia Teller.

Und da sieht sich die 34-jährige, die 2005 am St.-Ursula-Gymnasium Abitur gemacht und seitdem privat und beruflich viel von der Welt gesehen hat, durchaus als ein Vorbild für andere Frauen. Denn an ihrem 30. Geburtstag hat sie einen mutigen Entschluss gefasst, der ihrem Leben noch mal eine ganz neue Richtung gegeben hat.

„Viel Sport getrieben“

Vor vier Jahren hat die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin (Bachelor in Maastricht/NL, Master in Lancaster/GB) in München als Marketing-Expertin beim Unternehmen „Bosch-Siemens“ gearbeitet.

Mit 30 Jahren werden andere Menschen sesshaft, beschäftigen sich mit der Familienplanung. Doch bei Julia Teller war das anders. „Ich hatte mich damals von meinem Freund getrennt, habe zu der Zeit viel Sport getrieben und dann wurde es absolut klischeehaft.“

Fast täglich postet Julia Teller Fotos auf ihrem Instagram-Account (hier beim Workout in London).

Fast täglich postet Julia Teller Fotos auf ihrem Instagram-Account (hier beim Workout in London). © Privat

Julia Teller nahm nämlich mit Erfolg beim Ultralauf auf die Zugspitze teil. „Auf dem Berggipfel sagte ich mir: Wenn ich das geschafft habe, dann schaffe ich alles.“ Und dazu gehörte auch der Traum, beim Internet-Riesen „Google“ in London zu arbeiten. Die Dorstenerin schaffte es tatsächlich, dort zu landen. Und das, obwohl man in der Tech-Branche mit Anfang 30 eigentlich schon zum „alten Eisen“ gehört.

„Am liebsten für Youtube-Stars“

Julia Teller, die auch schon in den USA, in Italien und Spanien gelebt, studiert oder gearbeitet hat, ist bei Google als „Revenue Solutions Mangerin“ im Bereich „Digitale Werbung“ tätig, Kunden sind die „Financial Times oder die „Sun“. „Aber am liebsten würde ich für Youtube-Stars tätig werden.“

Für die 34-Jährige, die regelmäßig ihre Familie in Dorsten besucht (auch ihre drei Nichten gehen auf das St.-Ursula-Gymnasium) ist die Wettbewerbs-Teilnahme ein Sprung ins kalte Wasser. Auf ihrem Instagram-Kanal im Internet posiert sie zwar gerne bei ihren sportlichen Workouts, postet Selfies von sich bei Fashion-Weeks und auf Filmfestivals: „Aber Model-Erfahrung habe ich gar nicht.“

„Andere Frauen motivieren“

Was würde es für sie bedeuten, „Miss Germany“ zu sein? „Ich hätte ein Jahr viel Spaß“, sagte sie. „Aber mein Beitrag wäre vor allem, andere Frauen zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass sie mit einem guten Netzwerk ,Girlbosses’ sein können und das auch in männerdominierten Technologie-Branchen.“

Wer für Julia Teller abstimmen und damit mithelfen möchte, dass die Dorstenerin in die nächste Runde kommt, kann dies auf der Homepage von missgermany.de tun. Eine Woche lang (bis 13. September) kann man einmal pro Tag für die 34-Jährige votieren.
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