Dorsten an der Lippe? Die bürokratischen Hürden sind nicht sehr hoch

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Dorsten an der Lippe? Bei einer Namensänderung wäre die Stadt in guter Gesellschaft. Denn die bürokratischen Hürden sind überschaubar. Das Land NRW findet solche Beinamen gut.

Dorsten

, 15.07.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwerte gibt sich den Beinamen „Hansestadt an der Ruhr“. Roetgen ist das „Tor zur Eifel“. Harsewinkel ist die „Mähdrescherstadt“, und Blankenheim darf sich die amtliche Bezeichnung „Quellort an der Ahr“ geben.

Eine Dreiviertel-Mehrheit ist notwendig

Für das noch ziemlich neue Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf sind Zusatzbezeichnungen auf den Ortsschildern „ein Beitrag zur Identitätsstiftung in den Orten“. Ministeriumssprecher Robert Vornholt erklärt: „Der Stadtrat von Dorsten müsste eine Namensergänzung mit mindestens einer Dreiviertel-Mehrheit beschließen, das Ministerium prüft den Antrag anschließend.“

Dass das Land einen Antrag ablehnen würde, gilt als unwahrscheinlich. Dass es im Rat der Stadt Dorsten eine deutliche Mehrheit für „Dorsten an der Lippe“ gäbe, darf zumindest bezweifelt werden. SPD-Anträge haben in letzter Zeit eher selten die Zustimmung von CDU und FDP bekommen. Und in einer Umfrage dieser Zeitung hatten sich 61 Prozent der über 1000 Teilnehmer gegen einen Beinamen ausgesprochen.

Zusatzbezeichnungen auf Ortsschildern in Gemeinde- und Stadtteilen sind ebenfalls möglich. Beispiel: Eine plattdeutsche Ergänzung auf dem Ortseingangsschild der Stadt Haltern am See muss vom Ministerium genehmigt werden. Für den Ortsteil Lavesum können die Kommunalpolitiker aber eigenverantwortlich klären, welche Worte gewählt werden, heißt es auf der Homepage des Ministeriums.

In Haltern am See war‘s eine CDU-Idee

Dorstens Nachbarstadt Haltern trägt seit 2001 die Zusatzbezeichnung „am See“. Ein CDU-Antrag wurde vor 18 Jahren einstimmig verabschiedet, anschließend ging alles „ganz schnell“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. „Freizeitwert und Tourismus haben bei den Überlegungen eine wichtige Rolle gespielt.“ Ähnlich argumentiert nun ja auch Dorstens SPD.

Im Sprachgebrauch der Einheimischen ist Haltern zwar Haltern geblieben, doch auf Briefköpfen und im Stadtsiegel ist der Zusatz „am See“ gesetzt. Die Kosten für die Stadt seien überschaubar gewesen, betont Bockey. Die Ortsschilder am Straßenrand sind in den letzten Jahren nur dann ausgetauscht worden, wenn es ohnehin notwendig war. Bockey: „Ich glaube, an einigen wenigen Stellen gibt es noch immer Schilder, auf denen Haltern steht.“

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