Die Kaufmannschaft der Dorstener Altstadt kann nun mit den Planungen für ein Stadtfest beginnen. © Ralf Pieper (Archiv)
Planungen gestartet

Dorsten bekommt in diesem Jahr doch noch ein Stadtfest

Nach fast zwei Jahren darf in der Dorstener Innenstadt wieder gefeiert und an einem Sonntag eingekauft werden. Die Genehmigung steht zwar noch aus, doch planen dürfen die Kaufleute schon mal.

Die Corona-Pandemie hat 2020 alle Aktionen und Feste in der Dorstener Altstadt und in den anderen Stadtteilen gestoppt. Und auch in diesem Jahr ging lange nichts, doch jetzt gibt es endlich einen Hoffnungsschimmer.

Die Stadt Dorsten hat der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt (DIA) in dieser Woche signalisiert, dass das Herbstfest samt verkaufsoffenem Sonntag vom 8. bis zum 10. Oktober stattfinden kann. Damit endet für die Kaufleute eine monatelange Ungewissheit. „Wir sind erleichtert“, bestätigte DIA-Sprecher Manfred Hürland, „und freuen uns. Der Handel braucht jetzt jede Unterstützung.“

Den Antrag hatte Hürland schon am 21. Juni bei der Stadtverwaltung eingereicht, doch die angekündigte politische Entscheidung blieb in der Ratssitzung am 25. August aus. „Die relevante Stellungnahme der Gewerkschaft Verdi war erst am 23. August eingetroffen“, erklärt Stadtsprecher Ludger Böhne. „Da war der Haupt- und Finanzausschuss schon vorbei, sodass das Thema auch nicht mehr kurzfristig auf die Tagesordnung des Rates kommen konnte.“

Die politische Entscheidung für den „Erlass einer Ordnungsbehördlichen Verordnung zu einer Ausnahme vom Ladenöffnungsgesetz“, wie es im Verwaltungsdeutsch etwas umständlich heißt, soll nun am 22. bzw. 29. September erfolgen.

Unterstützung für die Kaufleute – aber nicht von Verdi

Für die Vorbereitung eines Herbstfest selbst mit abgespecktem Rahmenprogramm wäre die Zeit dann wohl zu knapp gewesen, sodass die Kaufleute jetzt auf mehrfache Nachfrage signalisiert bekamen, dass einem verkaufsoffenen Sonntag von kommunalpolitischer Seite nichts im Wege stehen wird. „Stadtverwaltung und Politik haben das Anliegen der Kaufleute in der Vergangenheit ja immer unterstützt“, so Böhne.

Was die Gewerkschaft Verdi davon hält, ist hinlänglich bekannt. Gerade erst sie einen verkaufsoffenen Sonntag in Wermelskirchen juristisch verhindern können. Die dortigen Händler gingen daraufhin am eigentlichen Aktionstag demonstrierend auf die Straße.

Dass der DIA in vier Wochen Ähnliches blüht, glaubt Hürland nicht. „Das Herbstfest hat Tradition in Dorsten. Und wir haben durch Umfragen in der Vergangenheit nachgewiesen, dass die Menschen vor allem deshalb in die Altstadt kommen und nicht, weil am Sonntag die Geschäfte für fünf Stunden geöffnet sind.“

Es wird nun am bewährten Organisationsteam mit Luca Schlotmann, Benjamin Imping und Hans Schuster liegen, in der Kürze der Zeit ein kleines, aber feines Programm auf die Beine zu stellen. Erste Absprachen hat es dem Vernehmen nach schon gegeben.

Lichterfest Dorsten
Für das Lichterfest sind schon einige Anmeldungen von Gruppen und Vereinen eingegangen, aber es sind noch Standflächen frei. © Petra Berkenbusch © Petra Berkenbusch

Noch Anmeldungen fürs Lichterfest möglich

Für das Lichterfest, die beliebte Ehrenamts-Veranstaltung am 7. November in der Altstadt, laufen die Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren. Verantwortlich dafür zeichnet der Verein „Sag Ja zu Dorsten“. Es sind bereits zahlreiche Anmeldungen eingegangen, „aber nach wie vor sind noch Stände frei“. Auch an diesem Tag werden die Geschäfte in der Altstadt von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Die verlängerte Anmeldephase für Gruppen und Vereine läuft noch bis zum 30. September. Das Anmeldeformular steht unter www.lichterfest-dorsten.de zum Download bereit und kann ausgefüllt an info@lichterfest-dorsten.de geschickt werden.

Unabhängig von der Entscheidung der Politik gibt es noch einen kleinen Vorbehalt gegen das Herbstfest: Die aktuell gültige Corona-Schutzverordnung NRW lässt solche Feste zu, sie gilt zunächst aber nur bis zum 17. September.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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