Dorsten ist offiziell Corona-frei - „ein gemeinsamer Erfolg“

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Dorsten ist nach zwölf Wochen wieder „Corona-frei“ - zumindest nach offizieller Lesart. Der Bürgermeister wünscht sich eine „lockere Selbstverständlichkeit“ im Umgang mit den Hygieneregeln.

Dorsten

, 30.05.2020, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 6. März, als in Dorsten der erste Corona-Fall öffentlich wurde. Eine Mitarbeiterin der Vereinten Volksbank hatte sich infiziert. Zwölf Wochen später gibt es in der Stadt keinen Corona-Erkrankten mehr. Zumindest dann nicht, wenn man die veröffentlichten Zahlen des Kreisgesundheitsamtes zu Grunde legt.

Datteln legt vor, Dorsten zieht nach

Als erste Stadt im Kreis Recklinghausen hatte Datteln am Montag (25. Mai) eine ausgeglichene Statistik, Dorsten zog am Samstag nach.152 Menschen haben sich hier in den vergangenen Wochen mit dem Virus infiziert, 147 sind wieder genesen. Fünf Dorstener starben bis jetzt in Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung.

Bürgermeister Tobias Stockhoff sprach in einer ersten Reaktion von einer guten Nachricht und einem gemeinsam erarbeiteten Erfolg- „insbesondere, nachdem Dorsten anfangs von der Pandemie voll erwischt wurde“.

Bürgermeister warnt vor Leichtsinn

In einer beispiellosen Medien-Kampagne hatte Stockhoff die Dorstener in den letzten Wochen auf Disziplin und Rücksichtnahme eingeschworen und um Verständnis geworben. „Ich denke, dass wir mit den intensiven Kontrollen des vergrößerten Ordnungsdienstes, mit unseren umfangreichen Informations- und Aufklärungskampagnen zu der positiven Entwicklung beigetragen haben, sicherlich auch mit rigorosen Maßnahmen wie dem Abbau von Geräten auf Spielplätzen“, sagte er auf Anfrage.

Die Corona-Statistik für Dorsten, nachdem am 6. März der erste Fall gemeldet wurde.

Die Corona-Statistik für Dorsten, nachdem am 6. März der erste Fall gemeldet wurde. © Kreis Recklinghausen

Die „Corona-Null“ dürfe nun aber nicht zu Leichtsinn verführen. „Wir sehen auch in diesen Tagen, dass die Zahlen an einzelnen Hotspots ganz schnell wieder in die Höhe schießen können. Ich würde mir wünschen, dass uns allen die Abstands- und Hygieneregeln so in Fleisch und Blut übergehen und zu einer lockeren Selbstverständlichkeit werden, sodass es bei uns in Dorsten möglichst bei der ,Corona-Null‘ bleibt.“

Die Lage bleibt sehr dynamisch

Die aktuellen Zahlen sind tatsächlich mit Vorsicht zu genießen. Zum einen zeigen Infektionsherde wie bei Westfleisch im Kreis Coesfeld oder in einem Altenheim in Gladbeck, dass sich die Lage zumindest punktuell wieder verschlimmern kann. Zum anderen bestätigte Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister, dass es zuletzt „sehr wenige Tests“ gegeben habe.

Derweil normalisiert sich das Leben in Dorsten immer mehr, die Stadtverwaltung kehrt allmählich zum Normalbetrieb zurück. Das Atlantis soll bald wieder öffnen, im Juni gibt es die ersten Stadtteilkonferenzen unter freiem Himmel, zum Beispiel am 18.6. für die Mitte im Amphitheater des Bürgerparks Maria Lindenhof. „Bürgerbeteiligung ist wichtig“, sagt Stockhoff.

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