Autorin Dr. Doris Brockmann hat ihren „Tuppek“-Krimi generalüberholt

mlzDorstener Autorin

In sechs Tagen einen Krimi zu schreiben, das mutet Dr. Doris Brockmann ihrem Romanhelden Adrian Tuppek eiskalt zu. Was dabei herauskommt, ist jetzt zwischen zwei Buchdeckeln zu lesen.

Dorsten

, 26.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der „Tuppek“ endlich als Buch auf dem Markt ist, also als richtiges Buch mit Umschlag und Seiten aus Papier, hat Doris Brockmann auch ihre anderen Roman-Manuskripte wieder aus der Schublade geholt und macht, was sie Zeit ihres Lebens nie losgelassen hat: Sie schreibt. Im letzten Lebensdrittel, sagt sie, will sie auch gar nichts anderes mehr machen.

Das macht Adrian Tuppek, ihr Romanheld aus „Tuppek am seidenen Faden“, auch. Der brotlose Schriftsteller hat sich vorgenommen, binnen sechs Tagen einen Krimi zu schreiben. Er probiert alles Mögliche aus, aber irgendwer klaut seine Ideen, zerstört seine Pointen und macht seine Geschichten kaputt. Das alles geschieht in Dorsten und drumherum, denn Doris Brockmann lässt ihren Krimi dort spielen, wo sie seit 1997 lebt, als ihr Mann in der Nähe eine Lehrerstelle antrat.

Im letzten Lebensdrittel wird nur noch geschrieben

Sie stammt aus Paderborn, arbeitete nach dem Studium von Germanistik und katholischer Theologie und der Promotion als wissenschaftliche Angestellte und Lehrbeauftragte in Forschung und Lehre. Feministisch-theologische Themen waren das Fachgebiet der heute 61-Jährigen. 2001 schlug sie einen neuen Weg ein, sie legte die Heilpraktikerprüfung ab und arbeitete bis 2014 in ihrer eigenen Praxis.

Geschrieben hat sie immer, überwiegend wissenschaftlich. Aber schon 2009 ließ sie den Tuppek auftauchen. Als Kindle-E-Book erschien er kurz darauf in der ersten Fassung mit dem Titel „Das Schreiben dieses Romans war insofern ein Glücksfall“.

Die Urfassung des Krimis wurde vollständig überarbeitet

Irgendwann hat sie ihr Werk wieder hervorgekramt: „Ich habe es generalüberholt, ihm ein frisches, neues Gesicht gegeben.“ Und den in inzwischen verstrichenen Jahren deutlich verbesserten Schreibfluss eingearbeitet. „Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war, wollte ich unbedingt ein richtiges Buch zum Anfassen daraus machen“, erzählt die Autorin, „habe aber keinen Verlag gefunden.“

Jetzt lesen

Da halfen auch die enthusiastische Kritik von Malte Bremer auf Literaturcafe.de unter der Überschrift „Das Lesen dieses Buches war insofern ein Glücksfall“ und die Longlist-Nominierung für den Blogbuster-Literturpreis nicht: Es fand sich kein Verlag, und Doris Brockmann musste die Sache selbst in die Hand nehmen.

Das Cover für ihren Roman konnte Doris Brockmann selbst gestalten.

Das Cover für ihren Roman konnte Doris Brockmann selbst gestalten. © Brockmann

Auch in ihrem Literatur-Blog beweist Doris Brockmann Humor

Am Ende landeten sie und ihr Buch bei Amazon. Dort kann man es jetzt bestellen, dann wird‘s gedruckt und nach sechs Tagen ausgeliefert. Als E-Book kann man es sich direkt (und viel preisgünstiger als gedruckt) herunterladen.

Wer mehr über Doris Brockmann, ihre Projekte und Preise erfahren will, ist auf ihrer Webseite willkommen. Dort findet sich auch ihr Blog unter dem Titel „Angewandte Schriftstellerei im Dienste der Alltagsbeobachtung“. Eine Autorin mit Humor.

Preise und Auszeichnungen

Kurzgeschichten waren bisher Brockmanns Spezialgebiet 2019: erostepost-Literaturpreis, Salzburg („Emilia“) 2018: Finalistin des 11. Wartholz Literaturwettbewerbs in Wiener Neustadt („Heaven’s Cake“) 2018: Longlistplatz beim „Blogbusterpreis 2018“ für „Tuppek am seidenen Faden“ 2018: Finalistin des „20. Irseer Pegasus“ (Romanauszug „In Bhutan steckt Hut“) 2017: Longlistplatz beim „Blogbusterpreis 2017“ für „In Bhutan steckt Hut“ 2015: Gewinnertexte „Staller & Wadloff“ und „Mit Händen und Füßen“ beim Kürzestgeschichten-Wettbewerb „Geschichten zum Mitnehmen“ des Literaturbüros Ruhr, et al. 2014: Die Kurzgeschichte „Das Haus“ wird zum „Text des Monats“ (November) des Literaturhauses Zürich gewählt 2008: Erster Preis beim 10. Münchner (Menü-)Kurzgeschichtenwettbewerb für die Kurzgeschichte „Ina“
Lesen Sie jetzt