Dorstener bekommen frische und regionale Produkte jetzt direkt vom Landwirt

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Den Eiermann kennen viele. Er fährt raus und liefert die Eier bis zur Haustür. In Zeiten von Corona liefern einige Landwirte jetzt auch andere Produkte nach Hause. Andere können das nicht.

Dorsten

, 27.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten von Corona überlegen sich mittlerweile viele, ob sie noch in den Supermarkt gehen, oder ob sie Familienmitglieder schicken. Aber die könnten sich unterwegs ja auch mit dem Virus infizieren. Also stellt sich die Frage: Wie an Lebensmittel kommen?

Wir haben bei Landwirten aus Dorsten nachgefragt, ob sie in Zeiten von Corona ihre Hofläden noch geöffnet haben und, ob sie sich umstrukturiert haben und nun auch Lebensmittel liefern.

Kunden von Bauer Aldenhoff in Dorsten können sich zwar nicht beliefern lassen, aber sie können ihre bestellten Waren draußen abholen. „Es wird eine Uhrzeit angegeben, wann die Ware abgeholt werden kann und die wartet dann draußen mit einem Zettel auf dem der Name steht“, sagt Christa Aldenhoff. So ist gewährleistet, dass die Kunden sich nicht anstecken. Trotzdem gibt es im Laden genügend Desinfektionsmittel und es gibt Markierungen, damit der Abstand zueinander eingehalten wird. Wer seine Bestellung abholt, der kann mit Karte zahlen, denn „das EC-Kartenlesegerät reicht bis zum Auto“. Infos gibt es unter Tel. (02362) 71 0 94.

Nicht alle können liefern, auch wenn sie gern wollen

Der Bioladen Rothoffs Hof in Kirchhellen hingegen muss derzeit auf Lieferungen verzichten. „Eigentlich liefern unsere psychisch kranken Mitarbeiter die Waren aus, aber sie müssen momentan ja Zuhause bleiben, also können wir nicht ausliefern“, heißt es von Seiten des Bioladens.

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Biolandhof Deiters in Schermbeck hat auch einen Lieferservice eingerichtet. Allerdings ist der Homepage zu entnehmen, dass die Nachfrage bereits so groß ist, dass keine Neukunden mehr angenommen werden. Auch die Lieferzeiten haben sich geändert.

Ähnlich sieht es bei Andreas Vortmann aus. „Wir beliefern eigentlich nur unsere Großkunden. Jetzt haben wir wegen Corona unsere Lieferungen schon auf unsere Stammkunden ausgeweitet und liefern denen die Waren bis an die Haustür“, sagt Andreas Vortmann. Der Kassenbon liegt dann bei und die Kunden können die offene Summe überweisen. Auch das gehe nur bei Stammkunden, denn das Vertrauen müsse einfach da sein. Allerdings ist Andreas Vortmann aufgefallen, dass er noch nie so viele Leute im Hofladen gehabt hat, wie jetzt in der Coronazeit. „Das ist schon auffällig“, sagt er.

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Beim Spargelhof Kemna in Dorsten können Kunden ab dem 4. April Spargel bestellen. „Wir bieten Spargel-Menü-Pakete an. Da können Kunden dann noch Kartoffeln, Sauce und Schinken dazubuchen“, sagt Chefin Barbara Kemna. Funktionieren soll das ganze über WhatsApp, die Nummer steht auf der Homepage. Die Frage nach der Bezahlung ist noch nicht endgültig geklärt, aber „wir arbeiten an einer Lösung für unsere Kunden in der Coronazeit“, so die Chefin. Geliefert wird kostenlos ins Stadtgebiet Dorsten, Wulfen und Lippramsdorf. Bei Zielen, die weiter weg sind, fallen Liefergebühren an.

Neuling, der kein Neuling ist

Dirk Große-Streuer vom Brunnenhof in Herten hat schon am 1. März 2020 den Hofladen von Ludger Dahlhaus in Dorsten übernommen. Sie haben eine Kooperation miteinander, denn seinen Hof führt Ludger Dahlhaus noch selber. Die Spargelproduktion und den Hofladen führt jetzt Dirk Große-Streuer und er hat sich direkt etwas vorgenommen.

Er wird ab sofort einen Lieferservice bieten. Brot, Brötchen, Kartoffeln, Spargel und mehr wird den Kunden bis zur Haustür geliefert. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Bestellt werden kann telefonisch unter der Nummer 0172 5425654. Die Frage der Bezahlung ist auch schon geklärt. Die Lieferung wird bei Erhalt gezahlt. Damit in Zeiten von Corona allerdings die Gefahr der Infizierung so gering wie möglich ist, haben alle Fahrer Desinfektionsmittel in ihren Auslieferungsfahrzeugen. „Das gehört zur Zeit ja wohl zur Grundausstattung“, sagt Dirk Große-Streuer.

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