Dorstener Bürgerinitiative formiert sich

Biogasanlage "Am Steinwerk"

HOLSTERHAUSEN Stadtbaurat Holger Lohse machte bei der Info-Veranstaltung für Landwirte am Dienstagabend (wir berichteten) keinen Hehl daraus, dass die Stadt Dorsten einen anderen Standort für die „Am Steinwerk“ geplante Biogas-Anlage bevorzugt hätte.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 21.10.2009, 14:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
ODAS-Geschäftsführer Steffen Schirrmacher-Rohleder versuchte, die Bedenken von Landwirten und Anwohnern gegen die geplante Biogasanlage "Am Steinwerk" zu entkräften.

ODAS-Geschäftsführer Steffen Schirrmacher-Rohleder versuchte, die Bedenken von Landwirten und Anwohnern gegen die geplante Biogasanlage "Am Steinwerk" zu entkräften.

Allerdings hatte Lohse auch Verständnis dafür, dass ODAS an seinem Holsterhausener Wunsch-Standort festhält: „In Wulfen ist nicht klar, wann die Fläche verfügbar sein wird. Bei Ansiedlungsfragen spielt aber gerade die Zeitleiste eine wichtige Rolle. Zumal in diesem Fall Zeitdruck besteht, mit einer neuen Technologie an den Start zu gehen.“ Eben diese neue Technologie der Trockenfermentation weckte bei einigen Landwirten Zweifel: „Wir haben an anderer Stelle erlebt, was alles schief gehen kann, wenn die Technik nicht ausgereift ist. Und wenn etwas nicht funktioniert, dient das dann schnell als Vorwand, das vieles anders gemacht wird als es ursprünglich angekündigt worden war.“  Unrühmliches Beispiel "Hünxe" Vor allem ein Anlagen-Betreiber in Hünxe habe sich da unrühmlich hervor getan. ODAS-Geschäftsführer Steffen Schirrmacher-Rohleder trat diesen Bedenken entgegen. Er habe sich gründlich über die neue Anlage informiert und sei überzeugt, dass sie den Ansprüchen genügen werde: „Bei einer Investition von 3 Millionen schauen wir da schon sehr genau hin.“  Odas habe sich über die Jahre einen guten Ruf als seriöser Betrieb erworben. Auch in Dorsten werde das Prinzip der „Offenen Tür“ gelten: „Wir denken über ein Besucherzentrum nach.“ Dass am Ende der zweistündigen Veranstaltung Landwirte nach wie vor das Projekt ablehnten, weil Mais als nachwachsender Rohstoff nicht grundsätzlich im Genehmigungsverfahren ausgeschlossen wird, nahm der Odas-Sprecher hin: „Aber Sie haben mein Wort. Und ich wiederhole gern noch 200 oder 300 Mal: In Dorsten kommt kein Mais ’rein und wir werden alle Auflagen und Vorgaben hundertprozentig einhalten.“

  • Die Gegner des Projektes wollen jetzt eine Bürgerinitiative formieren und laden dazu am  Donnerstag (22.10.) alle Mitstreiter ein. Die Gründungsversammlung beginnt um 19 Uhr im Landhotel „Zur Heide“ am Söltener Landweg 127. Erklärtes Ziel ist es, den Bau bzw. die Inbetriebnahme der Anlage zu verhindern.
  • Als Ansprechpartner der Initiative gibt Helmut Tammen weitere Auskünfte (Tel. 02362-65 550).
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