Beiträge für die OGS und den Kindergarten in Lockdown-Zeiten sind ein strittiges Thema zwischen Eltern und Behörden. © Symbolbild Pixabay
Kita- und OGS-Beiträge

Dorstener Eltern verärgert: Sie müssen weiter Beiträge zahlen

Dorstener Eltern sind empört, dass für die Betreuung ihrer Kinder Beiträge für März von ihrem Konto abgebucht worden sind. Die Stadt ist aber die falsche Adresse für Klagen.

Einige Dorstener Eltern haben beim Blick auf ihre Kontoauszüge für den Monat März sauer reagiert. Denn die Beiträge für die OGS-Betreuung ihrer Kinder wurden pünktlich abgebucht, ohne dass eine Betreuung für die Kinder im vollen Umfang gewährleistet ist. Wegen Corona sind die Betreuungszeiten in den Offenen Ganztagsbetrieben oder Kitas stark eingeschränkt worden bzw. die Eltern darum gebeten worden, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

„Bei uns wurden auch schon Beiträge für März eingezogen. Obwohl keine OGS-Leistung stattfindet. Und wir unseren Sohn zu Hause betreuen“, schreibt ein Vater auf Facebook. Eine Mutter ärgert sich sehr darüber, dass der volle Beitrag eingezogen worden ist, obwohl ihr Sohn die ganze Zeit von ihr umsorgt werde: „Die Herren von der Stadt sagten zu mir, der Elternbeitrag ist eine Gebühr wie die Fernsehgebühr der GEZ.“

Andere kritisieren, dass bei Anrufen bei der Stadtverwaltung darauf hingewiesen werde, dass das Land die OGS-Beiträge erhebe und die Kommunalverwaltung nicht die richtige Adresse für Kritik und Beschwerden sei. Eine Mutter lässt das nicht gelten: „Die Stadt zieht die Beiträge fürs Land ein, dann soll sie uns auch unsere Fragen beantworten.“

Eltern fühlen sich allein gelassen

Die Eltern fühlen sich offenkundig überrumpelt. Auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) Anfang März im zuständigen Familienministerium NRW hieß es, dass die Eltern „trotz Corona-bedingter Einschränkungen zunächst weiter die vollen Beiträge für die Kinderbetreuung und die Offene Ganztagsschule zahlen müssen.“ NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) stellte aber „rückwirkende Kompensationen“ in Aussicht. Darüber sei er weiterhin im Gespräch mit dem Landesfinanzminister und den Kommunen, sagte er in Düsseldorf.

Die Stadt sagt auf unsere Anfrage Folgendes: „Die Stadt Dorsten hat zunächst die OGS- und Kindergarten-Beiträge für März 2021 eingezogen. Die Februarbeiträge werden in Dorsten weiter ausgesetzt, obwohl auch hier noch eine Positionierung des Landes NRW aussteht, ob es bei dem Verzicht bleiben kann bzw. die Beiträge in den Städten erstattet werden, die bereits im Februar das Geld eingezogen haben.“

Wegen der März-Beiträge vertröstet der Familienminister die Eltern ebenfalls auf einen späteren Zeitpunkt: Das Kindergartenjahr geht ja bis Juli. „Wir können auch in den Monaten Mai und Juni noch Kompensationen vornehmen.“ Heißt für die Eltern, dass sie Beiträge für nicht erbrachte Betreuungsleistungen dann zurückerstattet bekommen.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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