Eltern, die ihr Kind für die bedarfsorientierte Notbetreuung anmelden, müssen nun eine schriftliche Bestätigung abgeben. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Notbremse in Kitas

Dorstener Kitas bleiben trotz Notbetreuung ab Montag gut besucht

Weil der Inzidenzwert 165 übersteigt, werden die Kitas am Montag geschlossen. Eine Notbetreuung mit einigen Ausnahmen sorgt dafür, dass die Einrichtungen trotzdem nicht leer sein werden.

Die bundesweite Notbremse hat auch Folgen für die Kitas in Dorsten: Die Angebote der Kindertagesbetreuung gehen nach Wunsch des Bundesgesetzgebers ab einer Inzidenz von 165 in eine bedarfsorientierte Notbetreuung über. Das heißt, dass ab Montag (26.4.) alle Kinder möglichst zu Hause bleiben sollen. Werden die Kitas dann also nur von einigen wenigen Kindern besucht werden?

Nicht wirklich, wie Stefanie Reich, stellvertretende Geschäftsführerin des evangelischen Kirchenkreises, weiß. „Es gibt mehrere Kriterien, nach denen Eltern ein Recht auf Betreuung haben“, erklärt sie. Dazu zählen alle zukünftigen Schulkinder, Kinder, die integrativ betreut werden (zum Beispiel Kinder mit Behinderungen), Kinder in schwierigen Lebenslagen und Kinder, deren Eltern die Betreuung nicht sicherstellen können.

Mehr als die Hälfte der Kinder erwartet

Nach den ersten Rückmeldungen am Freitag schätzt sie: „Mindestens 60 Prozent der Kinder werden in den Einrichtungen sein.“ Die Auslastung könne dabei von Kita zu Kita recht unterschiedlich ausfallen.

Geändert hat sich, dass die Eltern, die keine Betreuung sicherstellen können, nun ein Formular unterschreiben müssen. „Selbst wenn wir wüssten, dass die Eltern nicht berufstätig sind, könnten wir das aber nicht prüfen. Das ist nicht gewollt“, stellt Stefanie Reich fest.

„Ja, aber“ sorgt für Verdruss

„Wir werden den Unterschied nicht groß merken“, glaubt bezüglich dieser vermeintlichen Verschärfung auch Roswitha Gernemann-Labenz, Leiterin des Kitaverbunds St. Antonius/St. Bonifatius in Holsterhausen. Der Bedarf variiere etwas, aber die Kitas würden weiterhin recht voll bleiben. „Schulen kriegen klare Ansagen, bei uns gibt es immer ein Ja, aber … Das macht es so schwierig“, findet sie.

Schwierigkeiten gebe es durch den gleichzeitigen Lockdown in den Schulen. Einige Erzieherinnen hätten selbst schulpflichtige Kinder, müssen also entweder zu Hause bleiben oder ihr Kind in die schulische Notbetreuung schicken. „Wir versuchen natürlich, mit den Kindern zu Hause weiterhin in Kontakt zu bleiben, über Videos, telefonisch oder per Mail. Das ist für uns eine zweifache Arbeit“, sagt Roswitha Gernemann-Labenz.

Kita-Beiträge werden noch verhandelt

Die Stadt Dorsten verweist auf Anfrage auf die Regelung der Bundesnotbremse, nach der die Kitas geschlossen sind und eine Notbetreuung angeboten werde.

NRW-Familienminister Joachim Stamp hat eine Entlastung der Familien bei den Kita-Beiträgen in Aussicht gestellt. Dazu gebe es Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden, spätestens in der kommenden Woche soll ein Ergebnis verkündet werden. Der Landrat des Kreises Recklinghausen und die Bürgermeister der zehn Städte haben den Minister am Donnerstag noch einmal angeschrieben, weil es noch keine verbindliche Vereinbarung gibt.

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Bastian Becker

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