Geschirr aus Palmenblättern: Zwei Dorstener planen mit „Pléta“ die Tellerrevolte

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Zwei Dorstener sagen Plastikmüll den Kampf an. Adem Serilmez und Paul Harazim haben ein Unternehmen gegründet und wollen Geschirr aus nepalesischen Palmenblättern in Deutschland etablieren.

Dorsten

, 01.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Adem Serilmez und Paul Harazim planen die „Tellerrevolte“. Für ihre Idee, nachhaltiges Geschirr aus nepalesischen Palmenblättern auf dem deutschen Markt zu etablieren, suchen die beiden Dorstener Unterstützer. Sie haben das Unternehmen „Pléta“ gegründet und unter www.startnext.com/pleta ein Crowdfunding gestartet.

In einer ersten Finanzierungsrunde wollen sie 15.000 Euro einsammeln. Die Finanzierungsrunde läuft noch bis zum 5. April. Bislang sind rund 2000 Euro zusammengekommen.

Das biologisch abbaubare Geschirr wird ohne Einsatz von Chemikalien aus den Blättern der Arekapalme hergestellt. Die Teller sind geruchs- und geschmacksneutral.

Das biologisch abbaubare Geschirr wird ohne Einsatz von Chemikalien aus den Blättern der Arekapalme hergestellt. Die Teller sind geruchs- und geschmacksneutral. © privat

Sollte das erste Finanzierungsziel erreicht werden, könne man sicherstellen, „dass der Transport bezahlt ist und Pléta auf dem deutschen Markt etabliert werden kann“, sagt Serilmez. In einer zweiten Finanzierungsrunde soll dann Geld gesammelt werden, um die Produktionsbedingungen vor Ort zu verbessern und höhere Löhne zahlen zu können.

Teller sind komplett biologisch abbaubar

Denn produziert wird das komplett biologisch abbaubare Geschirr unter einfachsten Bedingungen in einem kleinen Dorf im Distrik Jhapa im Osten Nepals. Es besteht aus einem einzigen natürlichen Rohstoff: den Blättern der Arekapalme. Zur Herstellung der Teller werden lediglich Wasser und Hitze benötigt.

Das Unternehmen Leaf Plus, mit dem die beiden Dorstener kooperieren, betreibt zurzeit 18 Arekapalmenplantagen in Nepal. Für die Menschen sind vor allem die Früchte der Palme interessant, den „Nüssen“ wird eine stimulierende und euphorisierende Wirkung nachgesagt.

Werfen die Palmen ihre Blätter von selbst ab, sammeln Frauen sie auf den Plantagen ein und bringen sie zu Sammelstellen. Dort werden die Blätter gesäubert, getrocknet und anschließend bei Temperaturen bis zu 90 Grad in Form gepresst. „In Nepal werden diese Teller schon seit Jahren genutzt“, erzählt Serilmez. Mit einem Stückpreis von rund 10 Cent taugen sie dort allerdings nicht zum Massenprodukt. „Wir dachten, dass das eine coole Sache für den deutschen Markt wäre.“

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Neben der Vermeidung von Plastikmüll geht es den beiden Dorstenern auch auch um die soziale Komponente: „Das ganze Dorf arbeitet im Prinzip mit der Plantage zusammen“, so Serilmez. Viele Frauen hätten sich durch das Sammeln der Blätter oder die Arbeit in der Produktion eine Existenz aufgebaut. Und bei einem erfolgreichen Verkauf in Deutschland könne man die Löhne vor Ort erhöhen.

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Adem Serilmez ist gerade in Nepal, um ehrenamtlich Hilfsprojekte zu unterstützen. Vom Dach der Welt sendet der Dorstener Grüße in die Heimat. Von Robert Wojtasik

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