Dorstener Runder Tisch diskutiert, wie verhaltensauffälligen Kindern geholfen werden kann

Frühkindliche Reflexe

Verhaltensauffällige Kinder machen sich und anderen das Leben schwer. Wie ihnen geholfen werden kann, ist Thema eines Runden Tischs in Dorsten. Experten und Betroffene diskutieren.

Dorsten

, 03.03.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Ralph Meyers, Arzt für Kinder -und Jugendpsychiatrie

Dr. Ralph Meyers, Arzt für Kinder -und Jugendpsychiatrie © Claudia Engel

„Frühkindliche Restreflexe und ihre Bedeutung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ heißt das Thema eines Runden Tisches in Dorsten. Darüber diskutieren Eltern, Betroffene und Profis am 11. März (Montag), 19 bis 21 Uhr, im Leo, Fürst-Leopold-Allee 70, Dorsten-Hervest. Initiator des Abends ist der Dorstener Kinder- und Jugendpsychiater sowie Leiter des Sozialpsychiatrischen Zentrums, Dr. Ralph Meyers.

Meyers treibt die Thematik seit Langem um. Nach gut besuchten Informationsabenden im Leo zum Thema ADHS und fortbestehende kindliche Reflexe wendet sich Ralph Meyers nun der neurophysiologischen Behandlung dieser Reflexe in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis zu. Denn fortbestehende frühkindliche Reflexe können Ursache für Lern- und Verhaltensprobleme bei Kindern und Jugendlichen sein.

Junge Patienten plagen verschiedene Auffälligkeiten

In der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis stellen Behandelnde Affektlabilität, Konzentrationsdefizite und Koordinationsstörungen der jungen Patienten fest. „Es wäre im Rahmen einer ganzheitlichen Diagnostik und Therapie sträflich, mögliche Reflexeinflüsse zu übersehen, denn dadurch würde der Erfolg einer Behandlung verschlechtert oder manchmal ganz infrage gestellt“, sagt Meyers. Das ist sein Antrieb, andere Fachleute um den Runden Tisch zu versammeln und mit ihnen zu diskutieren.

Ralph Meyers macht das Leiden der Kinder und ihres Umfeldes an anonymisierten Fällen deutlich. Zum Beispiel Alexander: Er ist ein stark impulsiver, hyperaktiver Junge. Seinen Eltern erscheint der Achtjährige wie ein Wüterich, wenn er ohne erkennbaren Anlass plötzlich laut losschreit, Gegenstände durchs Zimmer wirft oder sein Zimmer verwüstet.

Erst nach 40 bis 45 Minuten beruhigt er sich von selbst, seine mittlerweile alleinerziehende Mutter ist mit ihm überfordert. Nach umfassendem Befund besteht die Therapie aus psychomotorischer Behandlung mit Anleitung für die Mutter für tägliche häusliche Übungen über einen Zeitraum von neun Monaten - damit die fortbestehenden frühkindlichen Reflexe abklingen.

Nach anderthalb Jahren Behandlung erfolgreich beendet

Nach anderthalb Jahren ist Alexanders Behandlung beendet. Er reagiert nicht mehr mit heftigen Zornesausbrüchen, das Verhältnis zu seiner Mutter ist deutlich besser geworden, auch in der Schule hat sich der Achtjährige gemacht.

„Dieser Fall und andere zeigen beispielhaft, dass unter Berücksichtigung frühkindlicher Reflexe, um deren Grunduntersuchung ich Kolleginnen und Kollegen dringend bitte, ganzheitliche Behandlungen in die Wege geleitet werden können, die eine deutlich bessere Prognose für gängige Störungsbilder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie darstellen“, so Meyers.

Teilnahme am Runden Tisch über Doodle-Liste

Zur Teilnahme am Runden Tisch im „Leo“ sind weitere Anmeldungen möglich. Interessenten tragen sich über Meyers Homepage in die Doodle-Teilnehmerliste ein.

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