Dorstener soll Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht haben

Landgericht Essen

DORSTEN/ESSEN Trotz eindringlicher Ansprache durch Richterin Luise Nünning bestreitet ein 46-jähriger Dorstener vor dem Landgericht Essen, seine Stieftochter ein ganzes Jahrzehnt lang missbraucht zu haben. Die ersten Übergriffe begannen laut Anklage, als das Mädchen fünf Jahre alt war.

von Von Martina Ricken

, 30.10.2009, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es waren körperliche Beschwerden, die die junge Frau in ärztliche Behandlung trieben: Schlafstörungen, Angstzustände, chronische Bauchschmerzen. „Körperlich bin ich kerngesund“, sagte die heute 23-jährige Frau im Zeugenstand. Während der Behandlung ging man den Ursachen auf den Grund. Zutage kamen die Erinnerungen an den Missbrauch in der Kindheit.

Es begann mit Streicheln über der Bekleidung über Anfassen im Intimbereich bis hin zum ersten Geschlechtsverkehr als das Mädchen 13 war. Mehr als 170 Taten listet die Anklage auf.Gemeinsamer Sohn Vier Jahre alt war das Mädchen, ihr Bruder ein Jahr jünger, als der Angeklagte die Mutter heiratete. 1993 bekam das Ehepaar einen gemeinsamen Sohn. Die Anwesenheit der Ehefrau und der Geschwister in der Wohnung sollen den Angeklagten nicht von den Taten abgehalten haben. „Das Anfassen passierte auch auf der Couch unter der Decke, während die Brüder auf dem Boden vor dem Fernseher saßen und Play Station spielten“, erzählte das Opfer.

Die Mutter macht sich heute Vorwürfe, dass sie nichts bemerkt hat. „Mein ältester Sohn war hyperaktiv. Wenn ich abends ins Bett gefallen bin, habe ich geschlafen. Da hätte draußen ein Auto vor den Baum fahren können, ich hätte nichts bemerkt“, sagte sie. 1995 trennten sie sich

Die Veränderungen im Verhalten der Tochter schrieb sie der Scheidung zu, denn das Paar trennte sich 1995. Die Übergriffe sollen an den Wochenenden, an denen die Kinder den Stiefvater regelmäßig besuchten, fortgesetzt worden sein. Selbst im Beisein der Kusine, die der Dorstener ebenfalls missbraucht haben soll, soll der angetrunkene Angeklagte die Stieftochter vergewaltigt haben.

„Meine Tochter wurde launisch und aggressiv. Ich habe nicht verstanden, was sie mir sagen wollte“, wirft sich die Mutter heute vor. In einem Brief ihrer Tochter erfuhr sie von den Taten. „Mir wurde schlecht. Wir sind sofort zur Polizei gegangen. Ich glaube ihr jedes Wort“, steht die 42-jährige Dorstenerin heute ihrer Tochter zur Seite.Der Prozess wird fortgesetzt.

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