Die Frauenquote - nachgestellt mit Spielfiguren. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Meinung

Dorstener SPD wirft aus dem Glashaus mit ganz dicken Steinen

Dass die grüne Bundestagskandidatin Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten werden soll, regt die SPD auf. Fachkompetenz spielt in diesem Streit gar keine Rolle. Ein Kommentar.

Eine Grüne wird Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten. Sie hat sich gegen rund 30 Bewerberinnen durchgesetzt, hat offenbar die vierköpfige Einstellungsjury im Vorstellungsgespräch mit Fachwissen und Kreativität überzeugt.

Vielleicht auch mit einer gesunden Portion Realitätssinn, denn Kim Wiesweg hat sich für die Stelle beworben, obwohl sie am 26. September als Bundestagskandidatin für die Grünen antritt, aber wohl wissend, dass sie derzeit keine realistische Chance auf den Traumjob in Berlin hat.

Bei der Dorstener SPD hat das Votum der Stadt für ihre Einstellung regelrechte Schnappatmung hervorgerufen. Demnach hat Tobias Stockhoff die Bewerberin nur genommen, damit Schwarz mit Grün kuscheln kann, nicht, damit die Behandlung von Gleichstellungsfragen bei der Stadt in kompetenten Händen bleibt. Früher nannte man das übrigens Filz, wenn Sozialdemokraten dank ihres Parteibuches Karriere in Ruhrgebiets-Rathäusern machten.

Kein Wort über die Eignung

Die SPD verliert kein einziges Wort über die Eignung der jungen Frau für den neuen Job, den sie allein deshalb nicht hätte kriegen dürfen, weil sie (in den Augen der SPD) der falschen Partei angehört? Das beleidigt Kim Wiesweg und die Jury mit dem Bürgermeister an der Spitze. Und die grünen Frauen in Dorsten brauchen den SPD-Fraktionsvorsitzenden bestimmt nicht als besorgten Verteidiger der Frauenquote in ihrer Partei.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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