Dorstener Traditionscafés setzen auf treue Stammkunden und neue Trends

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In Münster, Dortmund und anderen Städten der Region haben in den letzten Jahren mehrere Traditionscafés ihre Türen geschlossen. In Dorsten halten viele sich. Die Inhaber kennen die Gründe.

Dorsten

, 22.05.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stammkunden – auf die kann sich Stephan Witucki vom „Kaffeekännchen“ in der Innenstadt verlassen. „Sie schätzen morgens unsere Frühstücksangebote, mittags die gute Hausmannskost, wechselnde Tagesgerichte, nachmittags selbst gemachte Torten, Kuchen, Waffeln und Windbeutel.“ 2010 hat er das Café an der Hühnerstraße von Astrid Litz und Barbara Venohr übernommen, das Marietta Wiethoff vor 35 Jahren gegründet hatte.

Maresa Meier arbeitet seit drei Jahren bei Stephan Witucki im „Kaffeekännchen“ an der Hühnerstraße 4.

Maresa Meier arbeitet seit drei Jahren bei Stephan Witucki im „Kaffeekännchen“ an der Hühnerstraße 4. © Jennifer Uhlenbruch

Die Gesichter seiner Stammkunden hat Witucki sich eingeprägt, viele kennt er mit Namen, auch wenn der gelernte Koch vor allem hinten in der Küche arbeitet. „Wenn die Bude voll ist und die Teller leer, dann scheine ich ja was richtig zu machen.“ Das bestätigt Stammkundin Elke Asskamp, die regelmäßig nach dem Schwimmen im Atlantis ins „Kaffeekännchen“ kommt. „Hier kann man seine Kräfte gut wieder auffüllen. Außerdem trifft man hier alle wieder, die man aus den Augen verloren hat. Das Kaffeekännchen ist eine echte Sammelstelle.“

Gesunde Ernährung

Ein richtiger Treffpunkt für Jung und Alt ist seit zwölf Jahren auch die Hardter Cafe-Tante. Ihren Erfolg macht Inhaberin Barbara Hüttermann auch daran fest, dass sie nicht an Altbewährten festhält, sondern auf die veränderte Nachfrage, gerade bei den jungen Kunden, reagiert. „Beim Frühstück wird immer mehr gesunde Ernährung nachgefragt. Es wird weniger Wurst bestellt, Salami ganz selten, eher Frischkäse, Gemüse und gesunde Mehle wie Dinkel.“

Auch die schweren Torten werden immer weniger geordert. „Eine Buttercremetorte wollen nur noch wenige. Die leichten Varianten mit Frischkäse und regionale Kuchen mit Obst der Saison sind gefragt“, sagt Barbara Hüttermann.

Mit Liebe und weniger Zucker

Sie backt all ihre Kuchen selbst, entweder zwischendurch oder abends. „Mit Liebe.“ Aber auch oft mit gesunden Mehlen und mit weniger Zucker als noch vor ein paar Jahren. „Den Kunden ist es wichtig, dass auf Zusatzstoffe verzichtet wird und die Qualität der einzelnen Zutaten stimmt“, hat Barbara Hüttermann beobachtet.

Gutes ja, aber nicht in großen Portionen. „Mir ist stark aufgefallen, dass weniger gegessen wird als früher. Da musste immer alles auf dem Teller sein, je größer das Angebot desto besser. Heute wird gezielter nachgefragt.“

Gute Arbeitszeiten

Stark nachgefragt ist auch das Personal in der Gastronomie, Stichwort Fachkräftemangel. Stephan Witucki vom „Kaffeekännchen“ klopft dreimal auf Holz. „Toi, toi, toi, bisher habe ich keine Probleme mit dem Personal gehabt. Meine drei Mitarbeiterinnen sind schon mehrere Jahre hier.“ Angestellte Maresa Meier mag ihren „schönen Arbeitsplatz“, nicht nur wegen des Chefs. „Für die Gastronomie habe ich hier sehr angenehme Arbeitszeiten.“ Das Kaffeekännchen schließt von montags bis freitags um 18 Uhr und samstags um 15 Uhr. Sonntags ist nur in Ausnahmen geöffnet.

Auch Barbara Hüttermann kann beim Service in der Cafe-Tante auf erfahrene Kräfte zurückgreifen, dennoch fehlen ihr ab Sommer noch helfende Hände, die sie vor allem am Wochenende unterstützen. „Gerne auch Jugendliche ab 16 Jahren.“

Interessierte können sich in der Hardter Café-Tante, Fährstraße 19, unter Tel. 2 48 83, melden.

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