Uwe Kähler blieb hartnäckig und konnte nach vielen Stunden am Abend einen Impftermin für seine Mutter vereinbaren. © Stefan Diebäcker (A)
Coronavirus

Dorstener versuchte stundenlang, einen Impftermin für seine Mutter (87) zu bekommen

Gleich am Morgen ging der Server in die Knie, die Telefonleitungen waren überlastet: Uwe Kähler aus Dorsten hat am Montag stundenlang versucht, einen Impftermin für seine Mutter auszumachen.

Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen für Menschen ab 80 Jahren hat es am Montag große Probleme gegeben. Die dafür vorgesehene Website war kaum erreichbar, Telefonleitungen überlastet. Auch beim Kreis Recklinghausen glühten die Leitungen, weil viele sich beschweren oder dort einen Termin ausmachen wollten. Beim Kreis RE ist keine Terminvereinbarung möglich.

Uwe Kähler aus Dorsten hat gleich morgens um 8 Uhr versucht, einen Impftermin für seine 87-jährige Mutter zu bekommen. „Sie hat auch Vorerkrankungen und war sofort bereit, sich impfen zu lassen. Die Frage ist nur wann“, sagt Kähler.

„Ding der Unmöglichkeit“

Telefonisch war nichts zu machen. Irgendwann erreichte Kähler die Website und meldete sich mit den Daten seiner Mutter an. „Ich fand es schon ein Ding der Unmöglichkeit, dass sowohl Handynummer als auch E-Mail-Adresse hinterlegt werden müssen“, so Kähler. „Das haben doch längst nicht alle in dem Alter!“

Per SMS kam dann ein sechsstelliger Code. Aber die Website, auf der man diesen eingeben sollte, funktionierte nicht. Nach zehn Minuten verliert so ein Code seine Gültigkeit. Kähler musste noch zweimal einen neuen anfordern, ehe er ihn auf der dafür vorgesehenen Internetseite eintragen konnte.

Per Mail seien dann weitere Vermittlungscodes gekommen und ein Link zur Terminvergabe. Aber auch diese Website war schwer bis gar nicht zu erreichen. Uwe Kähler hat es mit viel Geduld geschafft: „Als ich dann einen Termin eintragen konnte, kam direkt danach eine Fehlermeldung.“

Viereinhalb Stunden ging das so, dann ging Kähler kurz einkaufen und probierte es anschließend erneut. Es kam aber nur noch die Meldung, dass keine Terminvergaben mehr möglich sind. Am Abend zahlte sich seine Hartnäckigkeit schließlich aus und es klappte mit einem Termin. „Man hätte zumindest mehr Serverkapazitäten buchen müssen“, meint Kähler.

KVWL: Wird bis April dauern

Die für die Organisation der Terminvergabe im Kreis Recklinghausen zuständige Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) teilte mit, dass sich niemand Sorgen um einen Termin und eine Impfung machen müsse. „Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Spelmeyer. „Es wird bis Ende April dauern, bis wir allein die Gruppe der über 80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben.“

Weiterhin gilt: Impftermine können nur per Telefon unter 116 117 und 0800 116 117 02 (ausschließlich Westfalen-Lippe) sowie online unter www.116117.de vereinbart werden.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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